Görlitz: Dan Pelleg, Marko E. Weigert «Wunderland – wie nächtliche Schatten»

Sind wir denn alle verrückt? Seung-Hwan Lee windet sich in einer Ecke des Proszeniums, das wie die gepolsterte Zelle einer psychiatrischen Anstalt ausgestaltet ist. Vor der Vorstellung ist der Eiserne Vorhang selbstverständlich geschlossen, aber immer wieder geistern zwei Tänzerinnen «wie nächtliche Schatten» über die Vorderbühne. So jedenfalls lautet der Untertitel des «Tanzstücks» am Gerhart-Hauptmann-Theater, das Dan Pelleg und Marko E.

Weigert zwar «Wunderland» nennen, das aber nicht die Geschichte von «Alice im Wunderland» erzählt, wie die beiden Choreografen der einst in Berlin ansässigen wee dance company ausdrücklich im Programmheft versichern.

Nein, sie erzählen keine Geschichte – und dennoch denkt man sofort an Lewis Carroll, sobald sich im Fußboden eine Luke öffnet und ihr nach und nach all jene entsteigen, die in den anschließenden 80 Minuten zumindest kurzzeitig eine Rolle spielen: die Tänzerin mit einem Ballon, der im weiteren Verlauf als «Grinsekatze» ganz hinten in der Kulisse schweben wird, die Frau mit der langen Schleppe, die man für die abgestreifte Haut einer Raupe halten könnte, der Mann mit dem hohen Zylinder aus weißem Papier, den man später unschwer als ...

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Tanz März 2019
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Hartmut Regitz