gill clarke
Was sie lehrte und wofür sie brannte, verkörperte Gill Clarke mit Grazie. Die Intelligenz des Körpers zu enthüllen, ihn durchlässig und «sehbar» zu machen, war ihre Mission. Sie nannte ihre Forschungsreise «Mind in Motion» oder «Minding Motion». Ihr Unterricht blühte in einem Klima von Offenheit und Bereitschaft, das Selbst wie ein Instrument zu stimmen. Dieser Lernstil entstand aus ihrer Tanzpraxis, in der richtig und falsch keine Kriterien waren. Nur verfeinerte Aufmerksamkeit zählte für flow, Schwerkraft, Raum, Verbundenheit, reduzierte Muskelspannung – und Neugier.
Wie sich Anatomie durch Bilder, Bücher und Berührung verkörpern lässt, dafür fand sie eine Form, die analytisches Denken mit intuitiver Imagination verknüpfte. In Generationen von Tänzern weckte sie so die Lust, ihren inneren Lehrer zu finden und die Wahrnehmung auf das Fühlen und Erleben zu richten.
1954 geboren, studierte Gill Clarke in York Anglistik und Erziehungswissenschaft, bevor sie als Tänzerin, Dozentin, Forscherin, Lobbyistin die britische Tanzszene mitbestimmte. Erst kürzlich erhielt sie noch einen MA in Sozialwissenschaft. Eine reguläre Tanzausbildung hat sie nie durchlaufen, doch die Freiheit der Wahl ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2012
Rubrik: praxis, Seite 66
von Irene Sieben
Daniel Dobbels, Sie haben untersucht, wie Choreografen sich im 20. Jahrhundert von Traditionen befreiten, nach neuen Körperbildern suchten und dabei der modernen Kunst begegneten. Die Beziehung des Tanzes zur bildenden Kunst ist weit intensiver als jene zur Musik. Der fruchtbarste Dialog zwischen modernem Tanz, Malerei und Bildhauerei entwickelte sich zwischen 1910...
Dieser Mann ist ganz in Weiß gekleidet, mit schwarzer Farbe bekleckert und tanzt in einer schwarz bespritzten white box. Rachid Ouramdane heißt er, Tänzer, Choreograf und Model für das «Performance Painting #2» des bildenden Künstlers Nicolas Floc’h. Am Anfang steht noch ein makelloser Ouramdane im schneeweißen Raum. Dann tropft schwarze Farbe von der Decke auf...
vorschau
im februar: die 10. tanzplattform
findet vom 23. bis zum 26. Februar in Dresden statt. Die Jury wählte diese Auslese deutscher Zeitgenossen: Eszter Salamon, Antonia Baehr, Christoph Winkler, Anna Konjetzky, Malou Airaudo und Renegade, Laurent Chétouane, Sebastian Matthias, Helena Waldmann, Antje Pfundtner, Ioannis Mandafounis, Fabrice Mazliah, May Zarhy....
