gill clarke

Zum Tod der Tänzerin, Pädagogin, herausragenden Denkerin.

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Was sie lehrte und wofür sie brannte, verkörperte Gill Clarke mit Grazie. Die Intelligenz des Körpers zu enthüllen, ihn durchlässig und «sehbar» zu machen, war ihre Mission. Sie nannte ihre Forschungsreise «Mind in Motion» oder «Minding Motion». Ihr Unterricht blühte in einem Klima von Offenheit und Bereitschaft, das Selbst wie ein Instrument zu stimmen. Dieser Lernstil entstand aus ihrer Tanzpraxis, in der richtig und falsch keine Kriterien waren. Nur verfeinerte Aufmerksamkeit zählte für flow, Schwerkraft, Raum, Verbundenheit, reduzierte Muskelspannung – und Neugier.

Wie sich Anatomie durch Bilder, Bücher und Berührung verkörpern lässt, dafür fand sie eine Form, die analytisches Denken mit intuitiver Imagination verknüpfte. In Generationen von Tänzern weckte sie so die Lust, ihren inneren Lehrer zu finden und die Wahrnehmung auf das Fühlen und Erleben zu richten.

1954 geboren, studierte Gill Clarke in York Anglistik und Erziehungswissenschaft, bevor sie als Tänzerin, Dozentin, Forscherin, Lobbyistin die britische Tanzszene mitbestimmte. Erst kürzlich erhielt sie noch einen MA in Sozialwissenschaft. Eine reguläre Tanzausbildung hat sie nie durchlaufen, doch die Freiheit der Wahl ...

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Tanz Januar 2012
Rubrik: praxis, Seite 66
von Irene Sieben

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