schwarz auf weiß

Wie im Centre Pompidou in Paris der Tanz die Kunst bespritzt und dafür verehrt wird: von der Kunst und nicht vom Tanz.

Dieser Mann ist ganz in Weiß gekleidet, mit schwarzer Farbe bekleckert und tanzt in einer schwarz bespritzten white box. Rachid Ouramdane heißt er, Tänzer, Choreograf und Model für das «Performance Painting #2» des bildenden Künstlers Nicolas Floc’h. Am Anfang steht noch ein makelloser Ouramdane im schneeweißen Raum. Dann tropft schwarze Farbe von der Decke auf seine Schultern. Das stört. Er reagiert. Wenn er Kopf, Arme und Oberkörper bewegt, spritzt die Farbe.

Die Bewegung seines Körpers erzeugt das Gemälde – wie jedes traditionelle Gemälde auch nur durch Körper-bewegung entstehen kann. Dieses per Video dokumentierte Action-Painting steht im Pariser Centre Pompidou und seiner Ausstellung «Danser sa vie» genau vis-à-vis von Jackson Pollock, dem Ur-Meister des Action-Painting. Der bearbeitet hier ininstinktiven, auch nervösen Gesten seine Leinwand. Nein, Pollock war kein Tänzer. Dafür ist es etwas weiter rechts im Ausstellungsraum die legendäre Trisha Brown. In «This Is a Draw» betanzt sie selbstbewusst mit Händen und Füßen ein weißes Blatt. Ganz sicher nicht als Model wie in «Anthropométrie de l’époque bleue», in der einst Yves Klein einen nackten weiblichen Körper als Pinsel ...

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Tanz Januar 2012
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Elena Basteri

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