Geschwätzige Beine
Dass der Leib das Sprachorgan der Seele ist, wissen wir. Ein ganz körperliches Kommunikationssystem, das weit über die Gebärdensprache hinausgeht, hat nun Rodolpho Leoni ersonnen. Als es noch im Konzept steckte und den Arbeitstitel «Plansprache» trug, brachte es ihm den Deutschen Produzentenpreis für Choreografie. Zur Uraufführung im Düsseldorfer tanzhaus nrw heißt der neue Leoni nun «Speak» und gibt sich so redselig, wie jemand, der nichts zu sagen hat.
Leoni ist ein tanzästhetischer Perfektionist. Die Ausstattung hat ihn nie wirklich interessiert.
Und die drei gewellten Holzwände von Anke Schinka wirken so halbherzig wie die unscheinbaren Alltagskostüme der Künstler. Ausgefeilt bis ins feinste Detail dagegen ist die Choreografie. Fünf Tänzerinnen und einen Tänzer schickt Leoni als zeitgenössische Kommunikationsinstrumente ins Gefecht. Er lässt Etsuko Akiya, Christine Bai, Laila Clematide, I-Fen Lin, Resurección Rivera Rondón und Lotte Rudhart Körpermonologe, -dialoge, ja ganze Körperkonferenzen abhalten. Jenseits jeder konkreten Handlung lassen sich Mini-Dramen interpretieren, Kurzportraits imaginieren. Die anfangs lautmalerische, später jazzige Komposition Philipp Ludwig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie sind Erste Ballettmeisterin am Staatsballett Berlin. Für was sind Sie verantwortlich?
Auf Disziplin zu achten, das ist eine meiner Hauptaufgaben. Diese Disziplin beginnt mit dem Besuch des morgendlichen Trainings. Daran erkennt man auch die Einstellung zum Beruf. Dann muss der Probenablauf eingeteilt werden. Als Ballettmeisterin muss ich erst einmal erkennen,...
Buenos Aires, die Tangohauptstadt, wuchs und wuchs. Rund sechs Millionen Europäer wanderten bis 1930 ein. Heute, nach dem argentinischen Staatsbankrott 2002, schwappt die Welle zu uns zurück. Der Kölner Dokumentarfilmer und Buchautor Arne Birkenstock entdeckt unter den Auswanderern die 22-jährige Marcela Maiola: eine «sehr begabte Tänzerin», findet ihr Lehrer und...
What kind of institutions do we need for new artistic practices? One thing seems certain, we do need institutions. In Zagreb we will have a new dance center soon; there are others in Tallinn, Ljubljana, possibly in Bucharest and Belgrade ...
But what is the relational character of all these smaller and bigger institutions which are trying to communicate the...
