Fernando Bujones ist tot
Er war ein Latin Lover, wie ihn sich eine Julia wünscht, und ein begnadeter Ballerino obendrein, für den das Tanzen eine Existenzfrage war. Fernando Bujones, 1955 in Miami als Sohn kubanischer Eltern geboren, tanzte so schwerelos und mit einer schier unfassbaren Eleganz, dass man seinem scheinbar so selbstverliebten Statement «Baryshnikov hat den Ruhm, ich das Talent» vorbehaltlos beipflichtete. Denn Bujones war nicht bloß schön.
An der School of Ballet Nacional de Cuba wie an der School of American Ballet ausgebildet, ließ sich seine Begabung schon als Fünfzehnjähriger in der Eglevsky Ballet Company nicht mehr übersehen. Kometenhaft seine Karriere am American Ballet Theatre, dem er 1972 als Gruppentänzer beitrat. 1974 holte er sich beim Internationalen Ballettwettbewerb in Varna als erster Amerikaner nicht nur die Goldmedaille, sondern gastierte als erster Amerikaner auch am Moskauer Bolshoi. Ein Prinzentänzer comme il faut, brauchte er sich um Auftritte nicht mehr zu sorgen. Das Royal Ballet verpflichtete ihn, das National Ballet of Canada, die Deutsche Oper Berlin, das Ballet du XXe Siècle. In Stuttgart tanzte er nicht nur im «Dornröschen», «Schwanensee» und als Romeo. Hier ...
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