Freies Afrika
Germaine Acogny, die Grande Dame des afrikanischen Tanzes, betreibt eine Schule mit Bungalows und Sandtheater im märchenhaft schönen Toubab Dialaw bei Dakar in Senegal. Durch die fehlende Rückwand in der Bühne ihres Tänzerdorfs sieht man kilometerweit in die Savanne und über den Atlantischen Ozean. Hier studieren Studenten aus ganz Afrika. Nur aus bürgerkriegserschütterten Ländern und Diktaturen wie Sudan, Togo, Zimbabwe oder Somalia fehlen sie. Wo keine Freiheit ist, wie sie etwa in Angola gerade zaghaft wieder aufkeimt, fehlt auch der Tanz.
In Afrika steht der Tanz für eine Übereinstimmung der Gesellschaft mit sich selbst und ist damit ein sicherer Indikator, dass es den Menschen gut geht.
«Tanz», sagt Germaine Acogny, «ist die genuine Kunst Afrikas.» Wo sie stirbt, stirbt die Kultur.
Wo Tanz unterdrückt wird, ist was faul im Staat. Die ständig zunehmende Zahl von Tanzfestivals ist mithin nichts anderes als eine politische Demonstration für die körperliche Freiheit.
Afrikanischer Tanz am Mittelmeergürtel von Marokko bis Ägypten ist allerdings ein anderer als südlich der Sahara, die seit je eine natürliche Grenze zwischen den zwei afrikanischen Kulturen bildet. Die Konflikte des ...
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