flüssig

Das Kölner Tanzmuseum lädt den Besucher zum Parcours «Tänzer.Sein. Körperlichkeit im Tanz» ein.

Wasser läuft über sein Gesicht. Flüssigkeit fließt, als betaste ihn jemand. Seine Haut fühlt es. Dazu treiben Quallen, durchsichtige Körper im Wasser, die selbst fast ausschließlich aus Wasser bestehen. Bilder vom Menschen und vom gallertartigen Tier lösen einander ab. Rasend schnell. Man hat den Eindruck, Quallen wimmeln um den begossenen Menschen; man denkt, man sieht in ihn hinein, in seine wabernden Gedanken. Er steht auf Fliesen, nackt. Die Kamera schwenkt zum Abfluss vor seinen Füßen. Ganz lapidar geht das Bildergeblinzel zu Ende.

Das Wasser fließt ab, der Dreck verschwindet wie die Bilder.

Das ist mehr als nur eine Ausstellung über Tanz. Es ist eine über den Blick auf den Körper und über das Im-Körper-Sein. «Tänzer.Sein». Punkt. Hat man diesen gar nicht so großen Raum im dritten Stock des Gebäudes im Kölner Mediapark durchwandert, sich hier und da vertieft ins Ausgestellte, bemerkt man Bezüge zu diesem seltsamen einminütigen Kurzfilm des Choreografen André Gingras, der im Eingangsbereich als Endlosschleife wummert.

Das Wasser kehrt wieder. Es breitet sich aus vor der Silhouette von Tokio, vor querenden Brücken und aufragenden Häusern unter dunkelblauem Himmel, es spiegelt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2010
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
münchen: les slovaks «journey home»

Vier dieser slowakischen Herren – Milan Herich, Peter Jaško, Anton Lachký und Milan Tomášik – teilten schon als Kinder die Bühne beim Volkstanzfestival «Východná». Fünfzehn Jahre später trafen sie sich in Belgien wieder. Martin Kilvády, am ersten Studienort der vier in Banská Bystrica geboren, kam hinzu. In Brüssel zogen sie zusammen, gründeten 2006 das...

leipzig: euro-scene

Spurensuche und Ost-West-Passagen. Aus dem Westen Alain Platel, Pippo Delbono, Romeo Castellucci, Angelin Preljocaj. Aus dem Osten Ivo Dimchev, Theater aus dem Kosovo, aus Lettland und Tschechien. Mittendrin die «euro-scene» selbst, das Festival vom 2. bis 7. November zwischen den Hemisphären von Tanz und Theater, von Ost und West. Kuratorin Ann-Elisabeth Wolff...

professur: jirí kylian

Als er das Nederlands Dans Theater verließ, munkelte man nur. Jetzt weiß man’s: Jiří Kylián ist Professor geworden und leitet ein vierjähriges Forschungsprojekt bei Codarts, der Rotterdamer Universität der Künste. Wissenschaftlich begleitet von Friederike Lampert und Désirée Staverman, will der Choreograf mit Künstlern aus verschiedenen Disziplinen tanzrelevante...