flüssig

Das Kölner Tanzmuseum lädt den Besucher zum Parcours «Tänzer.Sein. Körperlichkeit im Tanz» ein.

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Wasser läuft über sein Gesicht. Flüssigkeit fließt, als betaste ihn jemand. Seine Haut fühlt es. Dazu treiben Quallen, durchsichtige Körper im Wasser, die selbst fast ausschließlich aus Wasser bestehen. Bilder vom Menschen und vom gallertartigen Tier lösen einander ab. Rasend schnell. Man hat den Eindruck, Quallen wimmeln um den begossenen Menschen; man denkt, man sieht in ihn hinein, in seine wabernden Gedanken. Er steht auf Fliesen, nackt. Die Kamera schwenkt zum Abfluss vor seinen Füßen. Ganz lapidar geht das Bildergeblinzel zu Ende.

Das Wasser fließt ab, der Dreck verschwindet wie die Bilder.

Das ist mehr als nur eine Ausstellung über Tanz. Es ist eine über den Blick auf den Körper und über das Im-Körper-Sein. «Tänzer.Sein». Punkt. Hat man diesen gar nicht so großen Raum im dritten Stock des Gebäudes im Kölner Mediapark durchwandert, sich hier und da vertieft ins Ausgestellte, bemerkt man Bezüge zu diesem seltsamen einminütigen Kurzfilm des Choreografen André Gingras, der im Eingangsbereich als Endlosschleife wummert.

Das Wasser kehrt wieder. Es breitet sich aus vor der Silhouette von Tokio, vor querenden Brücken und aufragenden Häusern unter dunkelblauem Himmel, es spiegelt ...

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Tanz November 2010
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy

Vergriffen
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