Fluchtgefahr
Sollten manche Kollegen Paul Lightfoot/Sol León im Jahrbuch als Hoffnungsträger führen, so wären sie nicht zu widerlegen. Das Nederlands Dans Theater I schenkte Montpellier Danse zwei Premieren. Eine, «Silent Screen», ist das Werk der aktuellen künstlerischen Leiter der Vorzeigekompanie aus Den Haag. Die andere, «Anomaly One», ist ein Sturm im Wasserglas von Jacopo Godani.
Die Tanzwelt teilt sich in jene, die meinen, jede Art körperlicher Kommunikation sei unweigerlich Tanz, und jene, für die eine Ballettfigur nur dank kinetischer Energie lebt.
Erstere sind stolz, den Tanz von einer vermeintlichen Fixierung auf das Kino befreit zu haben. Lightfoot León dagegen schreiben eine Art Rezeptur für das romantische Handlungsballett der Zukunft: ausgerechnet mit einem sphärischen Road Movie in Schwarzweiß. Drei Bildschirme bilden die Rückwand einer verengten Bühne. Die Protagonisten gehen träumend am Strand. Was ihnen in den folgenden fünfundvierzig Minuten widerfährt, ist ein Leben das, dem Wasser entstiegen, sowohl in den Sternen als mit dem Tod endet. Lightfoot León servieren einen Cocktail aus Expressionismus, New Age, Romantik, Mythos, Symbolismus (Wald, Fenster, Wolkenhimmel, ...
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Over the last century dance has traveled from continent to continent, shifting its focal points of creativity and intensity. Historically, the fluctuating cartography situates long traditions in Berlin, Paris, and London. In the mid-1980s rejuvenation occurred in places like Brussels, Ljubljana, Barcelona, and Montéal. Guy Cools, the former dance programmer and...
Alfred Döblin schrieb dem Ballett in «Die Tänzerin und der Leib» (1910) eine brutale Deformation des Körpers und damit der Seele zu. Ernst Jünger feierte umgekehrt in «Über den Schmerz» (1934) die Zurichtung des Körpers als das Ziel jeder Seele. Und Rainer Maria Rilke betrachtete den Tanz als eine Verwandlung, in der das Sichtbare endlich unsichtbar und geistig...
Was das denn mit Fußball zu tun hat, fragt sich André Heller als Kurator eines Kunst- und Kulturprogramms zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Über vierhundert Projektanträge wurden eingereicht, einen erkennbaren Bezug zum großen deutschen Thema hatten nicht alle. Was nicht weiter schlimm ist, auch der Ball von Günter Grass hat eine Delle, und so viel der in seinem...
