Florentina Holzinger
Ich befinde mich derzeit in einer Art Zwischenwelt. In meinem unmittelbaren Umfeld war nichts, was ich als katastrophal empfunden hätte. In dem Künstlerumfeld sind alle Überlebenskünstler und prekäre Situationen gewohnt. So was wie bankrott gibt’s da nicht. Man hatte immer genau genug zum Überleben, und jetzt gerade überlebe ich auch. Es fühlt sich noch nicht an wie was total Neues, eher wie eine wirklich lange Sommerpause.
Ich war selten so lange am Stück in Österreich und hatte selten so minimale soziale Kontakte mit meinem Team – das ja über ganz Europa verstreut ist. Das ist so das Verheerendste an der Situation eigentlich. Ich arbeite in der Regel nicht alleine, sondern mit einem Team eingeschworener Leute. Also es hat sich eher wie ein Retreat angefühlt, und die Realität von so was, von einem gesellschaftlichen Rückzug, bin ich aus meinem künstlerischen Leben gewohnt, und das mache ich auch gerne. Also, meinen Tagesablauf bestimme ich in der Regel eh selbst, an das sehr reduzierte Stresslevel gewöhne ich mich auch schnell. Ich schlafe definitiv länger als normal, weil meine Agenda nicht so vollgestopft ist.
Medien = Fiktion
Ich feiere Veränderung ja auch generell. Von einem ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Jahrbuch 2020, Seite 112
von Florentina Holzinger
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