Femme fatale
Barbusig sitzt die dunkelhaarige Frau im Schneidersitz, auf den Knien ein Schwert, der Blick selbstbewusst auf den Betrachter gerichtet: Kunst, Tanz, Verführung, und, auch das, Gewalt. Der nackte Oberkörper mag erotisch aufgeladen sein, der Blick die Grenze zwischen Bild und Betrachter überwinden, aber die Klinge des Schwerts blitzt bedrohlich. Bruno Piglheins Ölgemälde «Ägyptische Schwerttänzerin» (1891) hat alles, was die Darstellung einer gefährlichen Verführerin ausmacht. Und ist damit ein Musterbeispiel für die Ausstellung «Femme fatale» in der Hamburger Kunsthalle.
Die Femme fatale taucht als Motiv immer wieder in Literatur und Philosophie auf, von der antiken Circe über die biblische Judith bis zu der von Scarlett Johansson verkörperten Außerirdischen im Science-Fiction-Film «Under the Skin» (2013). In der Bildenden Kunst konnte man sich vor allem Ende des 19. Jahrhunderts kaum mehr retten vor Frauen, die die (Männer-)Welt mit dämonischer Schönheit ins Verderben lockten und dabei gleichzeitig Opfer und Täterin waren – entsprechend legt die Hamburger Ausstellung ihren Schwerpunkt auf Symbolismus, Präraffaeliten und Jugendstil. Und zeigt dabei ununterbrochen tanzende Frauen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2023
Rubrik: Bewegung, Seite 5
von Falk Schreiber
Theaterzelte sind nicht einfach zu bespielen, aber als Ausweichquartiere sind sie durchaus tauglich. Und eine Bühne wie das Theater Vorpommern ist mit seinen Spielorten Greifswald, Stralsund und Putbus ohnehin widrige Umstände gewöhnt, also kann ja wohl auch ein Zelt herhalten, während das Theater Greifswald, ein 1915 eröffneter, klassizistischer Bau, vier, fünf...
Ende des Monats jährt sich der Tag, an dem Russland seinen Nachbarn überfiel und eine Fluchtwelle auslöste. Seit November 2022 sind mehr als eine Million Flüchtlinge in Deutschland registriert – darunter natürlich auch Tanzkünstler*innen. Die Non-Profit-Organisation Praetorian Art & Health Consulting hat von Anfang an Hilfe und Unterstützung für geflüchtete...
On tour
«West Side Story», Neuinszenierung des Bernstein-Musicals (tanz 12/22): Baden-Baden, Festspielhaus, 7.–12. Febr.; Leipzig, Oper, 14.–19. Febr.; Bremen, Metropol-Theater, 15.–19. März; www.westsidestory.de
Augsburg Theater «Kontraste»: «Man and Honeymoon in New York City» von Michael Ostenrath und «Frame of View» von Didy Veldman. brechtbühne im Gaswerk,...
