Fay van Baar «Where We Stand», Kossi S. Aholou-Wokawui «Ezan-Kélé»
Ein schwarzes Quadrat am Boden, kaum größer als ein Teppich. Kaltes Licht, ein Paar mit dem Rücken zu uns, er im Hemd, sie im knielangen Rock. Sie wirken bieder, halten einander die Hand. In ihrem neuen Stück «Where We Stand» widmet sich die Niederländerin Fay van Baar schwindender Zivilcourage, sobald ein Kollektiv ins Spiel kommt: dem «Jemand anderes wird schon helfen»-Phänomen.
Uraufgeführt im Rahmen eines Doppelprogramms in der Bremer Schwankhalle, entführt uns Fay van Baar mit dem Ensemble Of Curious Nature (OCN) in eine unbehagliche Atmosphäre, vielleicht ein U-Bahn-Schacht?
Sie kippt, er hält sie. Anspannung. Sie kippt in das Quadrat, scheint durcheinander, kämpft, will ausbrechen. Menschen schleichen sich an. Es wirkt, als wollten sie nicht gesehen werden. Die Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich wie im Traum, mal unisono, mal jeder für sich – kaum fließend, eher kraftvoll, abgehackt und abstrakt bis unwirklich. Atmosphäre und Energie sind hier die Protagonisten. Plötzlich gibt es ästhetische Bilder, alle scheinen gemeinsam zu schwingen. Dann wieder sind sie wie Marionetten, erstarrt, dann zombieartig – alles grau und beklemmend. Das schwarze Quadrat scheint ein Symbol für ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Nina Lovera
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