Geballte Energie

Jeremy Nedd ist fasziniert von Tänzen, die anstecken – ob auf der Straße oder übers Internet

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Ihn müssen irgendwelche Engel über der freien Schweizer Tanzszene abgeworfen haben. Denn für diese hat sich der aus Brooklyn stammende und in Basel lebende Tänzer und Choreograf Jeremy Nedd als wahrer Glücksfall erwiesen. Jahrzehntelang hatte sich die freie Szene, insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz, im Nachdenken über sich selbst gefangen gehalten. Und als sie wieder anfing, sich um die Welt und die Probleme um sie herum zu interessieren, hatte sie das Tanzen verlernt.

Dann tritt auf: Jeremy Nedd mit sechs Mannen der südafrikanischen Organisation Impilo Mapantsula.

2019 fegten sie durch die Kaserne Basel, auf den Schultern die Last der kolonialen Geschichte, im Herzen den Wunsch nach mystischer Verbindung und in den Füßen die Wut von Generationen. Wut, die Tanz wird. Schneller Tanz, rasend schnell. Pantsula, entstanden als Subkultur in den Townships Südafrikas zur Zeit von Apartheid, verbindet virtuose Fußarbeit und komplexe Rhythmen mit einem bestimmten Dresscode und mit spezifischer Sprache und Lebensphilosophie. Und was aus Wut geboren wurde, verbinden Jeremy Nedd und seine Mittänzer mit dem Lobpreisen Gottes: den Trance-Tänzen der Gotteskinder in der Pfingstkirche. ...

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Tanz Mai 2026
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Lilo Weber

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