Geballte Energie
Ihn müssen irgendwelche Engel über der freien Schweizer Tanzszene abgeworfen haben. Denn für diese hat sich der aus Brooklyn stammende und in Basel lebende Tänzer und Choreograf Jeremy Nedd als wahrer Glücksfall erwiesen. Jahrzehntelang hatte sich die freie Szene, insbesondere in der deutschsprachigen Schweiz, im Nachdenken über sich selbst gefangen gehalten. Und als sie wieder anfing, sich um die Welt und die Probleme um sie herum zu interessieren, hatte sie das Tanzen verlernt.
Dann tritt auf: Jeremy Nedd mit sechs Mannen der südafrikanischen Organisation Impilo Mapantsula.
2019 fegten sie durch die Kaserne Basel, auf den Schultern die Last der kolonialen Geschichte, im Herzen den Wunsch nach mystischer Verbindung und in den Füßen die Wut von Generationen. Wut, die Tanz wird. Schneller Tanz, rasend schnell. Pantsula, entstanden als Subkultur in den Townships Südafrikas zur Zeit von Apartheid, verbindet virtuose Fußarbeit und komplexe Rhythmen mit einem bestimmten Dresscode und mit spezifischer Sprache und Lebensphilosophie. Und was aus Wut geboren wurde, verbinden Jeremy Nedd und seine Mittänzer mit dem Lobpreisen Gottes: den Trance-Tänzen der Gotteskinder in der Pfingstkirche. ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Lilo Weber
Hat das Pariser Opernballett etwa eine neue Sylvie Guillem? Roxane Stojanov jedenfalls ist dem einstigen Superstar nicht unähnlich: Die neueste Danseuse étoile im Palais Garnier misst 173 Zentimeter (Guillem: 172 Zentimeter) und besitzt ähnlich lang gestreckte Arme und Beine, die sie wirkungsvoll einzusetzen versteht. Für Forsythe oder Balanchine, von denen sie...
Abschied
BIRGITTA TROMMLER
Birgitta Trommler war eine Macherin. An der Deutschen Sporthochschule Köln lernte sie von Maja Lex, auf die eigene Kreativität zu vertrauen. Alles andere kam dann ab 1965 in New York, in den Studios von Martha Graham und Katherine Dunham, in Trainings bei Cunningham und Limón. «Du kannst das, und wenn du das glaubst, dann wird das auch»,...
Das Publikum sitzt im Dunkeln, unsichtbar, unangreifbar, unbeteiligt – ein Modell, das sich hartnäckig hält? Vielleicht ist es genau dieses Verschwindenkönnen, das den klassischen Zuschauerraum so bequem macht. Und so überholt.
«VR Dance Club» steht nicht für Tanzen mit Brille. Das Projektensemble öffnet virtuelle Möglichkeitsräume – für Zustände, in denen sich...
