es ist sommer....
...und der Sommer verlangt nach Sensation, nach ganztägigem Sonnenschein. Eine organisierte Auszeit soll er sein, zugleich ein Festival rund um die Uhr. Er drückt Menschenmassen in die Stadien und auf die Straßen, sogar in Rudolstadt, einer Kleinstadt in Thüringen. Man schreibt den Sommer 1955. In Rudolstadt wird der Laientanz organisiert, man zählt auf Anhieb 3000 Volkstänzer, Wettbewerbe werden ausgerichtet. Sogar die Wissenschaft sucht das Volk in seinen Tänzen (Seite 58). Nicht minder gut organisiert, dafür weltweit, fand der «Big Dance Day» zuletzt am 18. Mai statt.
Zigtausende Schüler tanzten rund um den Globus. Wayne McGregor hat das von London aus organisiert: auch als einen Wettbewerb. Er will es ins Guinnessbuch der Rekorde schaffen (Seite 64).
Das Fest des Tanzes heute und damals: Einst ging es um die Einheit des Volkes, heute um den Genuss des Körpers im globalen Wettbewerb. Das ist kein Widerspruch, beides ist eine olympische Idee. Auf größte Resonanz stößt sie vor allem dort, wo die Macht
der Banken und deren globale Verzahnung am deutlichsten spürbar ist: beim «Tanzfest» der Schweiz, beim «Tanztag» in Frankfurt,
beim «Big Dance» in London. Ein Zufall? (Seite 66)
Ein ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Hans van Manen,
das Amsterdamer Het Nationale Ballet gastiert mit einer Hans-van-Manen-Gala im Festspielhaus Baden-Baden. Das ist doch kein Zufall. Die Gala ist von langer Hand geplant – nicht von mir, sondern eben von Het Nationale Ballet. Dass sie auch in Baden-Baden zu sehen ist, finde ich schön, steht doch der Ort auch für eine eindrucksvolle Tanztradition. Mich...
Der Kolonialismus ist auch hundert Jahre nach dem Roman «Reise um die Erde in 80 Tagen» von Jules Verne nicht tot. Er hat nur, folgt man Michele Di Stefano und seiner Kompanie MK, einen neuen Namen angenommen: Tourismus heißt der neue Kolonialismus.
Darüber kann man streiten, aber in beiden Fällen geht es um eine, gelinde gesagt, verquere Haltung zum Reisen. Um das...
benois de la danse___
pierre lacotte
ein wirklicher Grandseigneur, erhielt beim diesjährigen «Tanz-Oscar», dem «Prix Benois de la Danse», seinen Lebenswerk-Lorbeer. Kurz nach seinem achtzigsten Geburtstag wurde er in Moskau für seine Verdienste um die Tanzkunst ausgezeichnet. Von «La Sylphide» über den «Pas de Quatre» bis «Coppélia» hat kein anderer so viele...
