Engel

Ganz besessen von himm­lischen Heerscharen: Hartmut Regitz über die schönsten Engel-Ballette

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Engel, gibt es die? Der rumänische Philosoph Andrei Plesu hat noch keinen gesehen. «Ich habe kein Organ für Erscheinungen», schreibt er in seinem Buch «Das Schweigen der Engel». Er bräuchte dieses Organ auch nicht, würde er dem Tanzquartier Wien Glauben schenken: Engel weilen unter bürgerlichem Namen völlig unerkannt und ungeflügelt unter uns. Nur zu Weihnachten wechseln sie ihre Gestalt.

Es genügt ein Anruf, und die Wiener Engel schwärmen aus, nicht, um den Menschen die große Freude zu verkünden, sondern um auf Bestellung ein «heimliches Halleluja» anzustimmen oder über die «Weihnachtsver(k)ehrung» zu informieren. Im Anschluss wurden bei «Rent an Angel» die Kunden nach genau festgelegten Kriterien zur Kasse gebeten. Ordnung muss sein. Hat doch Giorgio Agamben in seinem Buch «Das Reich und die Herrlichkeit» die Zwischenwesen als Akteure einer himmlischen Bürokratie geoutet.

Deren Ordnung sieht so aus: Dionysos Areopagita zufolge rangieren die Engel in absteigender Reihenfolge nach den Seraphim, Cherubim, Thronen, Herrschaften, Mächten, Gewalten, Fürstentümern und Erzengeln erst an siebter und letzter Stelle. Das erklärt, warum wir sie als Handlanger Gottes verstehen. Im Tanzstück ...

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Tanz Dezember 2008
Rubrik: Tanzkunst, Seite 54
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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