Engel
Engel, gibt es die? Der rumänische Philosoph Andrei Plesu hat noch keinen gesehen. «Ich habe kein Organ für Erscheinungen», schreibt er in seinem Buch «Das Schweigen der Engel». Er bräuchte dieses Organ auch nicht, würde er dem Tanzquartier Wien Glauben schenken: Engel weilen unter bürgerlichem Namen völlig unerkannt und ungeflügelt unter uns. Nur zu Weihnachten wechseln sie ihre Gestalt.
Es genügt ein Anruf, und die Wiener Engel schwärmen aus, nicht, um den Menschen die große Freude zu verkünden, sondern um auf Bestellung ein «heimliches Halleluja» anzustimmen oder über die «Weihnachtsver(k)ehrung» zu informieren. Im Anschluss wurden bei «Rent an Angel» die Kunden nach genau festgelegten Kriterien zur Kasse gebeten. Ordnung muss sein. Hat doch Giorgio Agamben in seinem Buch «Das Reich und die Herrlichkeit» die Zwischenwesen als Akteure einer himmlischen Bürokratie geoutet.
Deren Ordnung sieht so aus: Dionysos Areopagita zufolge rangieren die Engel in absteigender Reihenfolge nach den Seraphim, Cherubim, Thronen, Herrschaften, Mächten, Gewalten, Fürstentümern und Erzengeln erst an siebter und letzter Stelle. Das erklärt, warum wir sie als Handlanger Gottes verstehen. Im Tanzstück ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie haben in Dortmund eine regelrechte Balletteuphorie ausgelöst. Die Stadt hat Sie mit der Unabhängigkeit belohnt. Wie ist dieses Ballettwunder gelungen? Ich bin glücklich, es war ein langer Weg. Als ich 2003 nach Dortmund kam, war mein Ziel eine eigenständige Tanzsparte. Nur so ist langfristiger Erfolg möglich. Deshalb habe ich sie immer wieder gefordert. Dazu...
Wer zählt noch all die vom Bundesverband «Tanz in Schulen» ins Leben gerufenen Initiativen, die unsere Schüler mit Tanz vertraut machen wollen? Man muss sie ab und zu bündeln: Zehn Schulen aus NRW präsentieren jetzt ihre Tänze unter dem Titel «180° Drehung» am 6. Dez. im Mülheimer Ringlokschuppen und am 11., 12. Dez. in der Sporthochschule Köln. In Hannover hat...
Applaus. Daniel Goldin tritt mit seinem Ensemble vor. Über dem Ensemble hängt ein Ensemble von Motorhauben. Goldin schaut ungläubig. Er sieht uns plötzlich an – was seinen Tänzern neunzig Minuten lang nicht gelang. Goldin scheint sich zu fragen, ob ein Lächeln überhaupt angemessen sei. Es passt nicht in die Verrückung, die er wieder einmal geschehen ließ. Lauter...
