Steptext Dance Project: «Darkland»
Der Soundtrack fasst das Thema des Abends in eine berührende Melodie. Didos berühmtes Klagelied aus Purcells Oper gießt den Schrecken über den Verlust des Geliebten und den nahen Tod in die Schönheit des Klangs.
In der Bremer Schwankhalle zur Uraufführung erklingt die Arie nicht in gewohnter Form und Dramaturgie. Ein Tänzer trägt das doppeldeutige «Remember Me» der Sterbenden murmelnd auf den Lippen. Zerstückelt, verzerrt tritt das Dido-Zitat an späteren Stellen des Stücks an die Seite brüchiger Bild- und Bewegungsfragmente.
«Darkland» heißt die neue Choreografie von Helge Letonja, jüngste Produktion des Steptext Dance Project. Ging es im letzten Stück Letonjas, «Shaum», um die Geburt der Schönheit, ist in «Darkland» zu Purcell-Splittern um den Venus-Sohn Aeneas die Ästhetik des Verfalls und Verschwindens zentrales Thema.
In der Raumkulisse von Naoko Tanaka, die in purem Schwarz-Weiß, Schattentheater und Videoprojektionen, Präsenz entfaltet, kreisen die Bewegungen des fünfköpfigen Ensembles um den Verlust von Räumen und Orten, um das Verrinnen der Zeit.
Als Leitbild ziehen sich transparente, wassergefüllte Plastikwürfel durch die Inszenierung. Von zwei Tänzern zur Stück-eröffnung ...
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