Sinn für Richtung
Sinn für Richtung. Oder Wissen um die Richtung? Auch Wesen der Regie. «A sense (essence) of direction» ist mehrdeutig. Für Choreografen und Lebenskünstler formuliert der Satz ein Überlebensprinzip. Doppelsinnige, dialektische, irreführende und Markierungen setzende Botschaften adressieren Thomas Plischke und Kattrin Deufert an die Zuschauer in ihrer auf Kampnagel uraufgeführten Klang-, Körper- und Tanz-Installation «Anarchiv #1: I Am Not a Zombie».
Die Anarchisten gegen konventionelles Tanztheater und ihre Koperformer – der skurril spillerige Dramaturg Jeroen Peeters (Brüssel) und der philosophierende, gedanklich wendig Haken schlagende Rhetoriker Marcus Steinweg (Berlin) – locken sie in das Archiv ihrer Begriffsnetze und Bewegungscodes, nehmen sie mit in ein choreografisches Labyrinth. Auf einen Tanz über den vermeintlich festen Boden dessen, was wir (gewohnheitsmäßig, uns fragliche Sicherheit vortäuschend) Subjekt, Kunst oder Realität nennen.
Tappen im Dunklen. Die Unschuld der nackten Körper. Langsam nehmen die Schatten Gestalt an, erobern sich den Raum. Dann hängen die Performer unter dem matt leuchtenden «Himmelszelt» Tafeln mit Wörtern und Sätzen in das Gespinst von Fäden. ...
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Eine Zeit lang nannte der Branchenspott ihn Robert «Long ago» – Robert Longo galt als ultimativer Vertreter der 1980er Jahre: Post-Punk, New Wave, New-York-hip, in steter Reaktion auf ein selbstgewisses, aber untergründig selbstzerstörerisches Corporate America. Longo, der Bildhauerei studiert hatte, als Zeichner und Filmregisseur bekannt wurde, sah den Fall mitten...
«Ist Tanz noch das, was ich will, und wie kann es weitergehen?» Maria Walser – im Ensemble der Tanzcompagnie Oldenburg – begreift ihre Frage als Chance. «Das Suchen dauert doch ein Leben lang.» Mit ihren 25 Jahren hat die intelligente und quirlig kraftvolle, darstellerisch auffallend begabte Tänzerin sich künstlerisch schon innerhalb und außerhalb des Theaters...
Tänzer. Ein Metier für Körper, Geist und alle Sinne. Kunst und Handwerk. Unerklärliche Berufung und harte körperliche Arbeit. Wer den «Beruf: Tänzer» ergreift, ist in jedem Fall: ein Überzeugungstäter. Nach einer langen, fordernden, hochspezialisierten Ausbildung muss man den Sprung auf die Bühne erst noch schaffen. Einmal dort, ist mit geregelten Arbeitszeiten so...
