düsseldorf: b.23

schläpfer, ek, merki «b.23»

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Als sechsjähriges Wunderkind entzückt das Wolferl noch die kaiserliche Familie. Als ausgewachsener Mozart jedoch will ihm die Bindung an den Toparbeitgeber der Zeit nicht wirklich glücken, statt des Adels begeistert sich das Volk für ihn. Wie Mozarts Musik sollte auch das Ballett einst die Aristokratie amüsieren, präsentierte aber eine Welt sozialer, moralischer, geschlechtlicher Antagonismen. Eine Verknüpfung von Tanzgeschichtslektion und Biopic-Elementen hat Martin Schläpfer in seinen Stücken schon häufiger vorgenommen.

Das tut er auch in seinem neuen Mozartballett zur großen «Symphonie g-Moll», KV 550, und gewinnt dabei eine aufregende Mischung aus Zeitkolorit, Charakterstudie und Ballettbefragung im Dialog mit der Musik.

Die Bühne von Florian Etti teilt die Welt in ein Oben und Unten, hoch unter der Decke dehnt sich ein Podium, auf dem Puppen mit Rokoko-Kostümen stehen: die unerreichbare Elite einer Ständegesellschaft. Für die leblose Aristokratie tanzen auf der einen Seite der Bühne Ballerinen exquisiten Spitzentanz. Daneben: eine Gruppe breitbeinig-stapfender Tänzer, Bauerntrampel, die wie Wettermännchen hin- und herpendeln und auf Schemeln hockend den klassischen Tanz ...

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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Nicole Strecker

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