düsseldorf: b.23
Als sechsjähriges Wunderkind entzückt das Wolferl noch die kaiserliche Familie. Als ausgewachsener Mozart jedoch will ihm die Bindung an den Toparbeitgeber der Zeit nicht wirklich glücken, statt des Adels begeistert sich das Volk für ihn. Wie Mozarts Musik sollte auch das Ballett einst die Aristokratie amüsieren, präsentierte aber eine Welt sozialer, moralischer, geschlechtlicher Antagonismen. Eine Verknüpfung von Tanzgeschichtslektion und Biopic-Elementen hat Martin Schläpfer in seinen Stücken schon häufiger vorgenommen.
Das tut er auch in seinem neuen Mozartballett zur großen «Symphonie g-Moll», KV 550, und gewinnt dabei eine aufregende Mischung aus Zeitkolorit, Charakterstudie und Ballettbefragung im Dialog mit der Musik.
Die Bühne von Florian Etti teilt die Welt in ein Oben und Unten, hoch unter der Decke dehnt sich ein Podium, auf dem Puppen mit Rokoko-Kostümen stehen: die unerreichbare Elite einer Ständegesellschaft. Für die leblose Aristokratie tanzen auf der einen Seite der Bühne Ballerinen exquisiten Spitzentanz. Daneben: eine Gruppe breitbeinig-stapfender Tänzer, Bauerntrampel, die wie Wettermännchen hin- und herpendeln und auf Schemeln hockend den klassischen Tanz ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Nicole Strecker
In Moskau ging die «Goldene Maske» gleich dreimal an den Gast aus Monte Carlo: Jean-Christophe Maillots «Der Widerspenstigen Zähmung» am Bolshoi wurde als beste Choreografie mit den besten Tänzern, Ekaterina Krysanova und Vladislav Lantratov, ausgezeichnet. Als beste zeitgenössische Arbeit gilt «Exhibit Item/Awakening» des Alexandrinskiy Theaters Sankt Petersburg....
ist das Wort des Monats, erfunden vom Berliner-Ensemble-Chef Claus Peymann. Für die einen klingt Eventbude wie eine liebevolle, volksnahe Bezeichnung des Theaters, andere assoziieren damit den blanken Horror für die Kunst. Wie schon vor 200 Jahren. Damals ging es um die Pariser Ballhäuser. Für die einen taugten deren harte Bretter als Tanzschule der Nation, andere...
Kleine Gruppen von jungen Männern, die durch die nachmittägliche Stadt spazieren und ihren Nachwuchs in Kinderwagen vor sich herschieben – in Schweden kein seltener Anblick. Hier wird die Gleichberechtigung der Geschlechter ernst genommen und vorbildlich umgesetzt.
Acht schnauzbärtige junge Männer betreten die Bühne, ihre Kleidung ein zeitloser Mix aus legeren...
