amsterdam: Salomon und harren
Kleine Gruppen von jungen Männern, die durch die nachmittägliche Stadt spazieren und ihren Nachwuchs in Kinderwagen vor sich herschieben – in Schweden kein seltener Anblick. Hier wird die Gleichberechtigung der Geschlechter ernst genommen und vorbildlich umgesetzt.
Acht schnauzbärtige junge Männer betreten die Bühne, ihre Kleidung ein zeitloser Mix aus legeren Anzügen, Stiefeln, ein Stirnband-Träger ist auch dabei. Wir sehen eine aufgefrischte Version von «Reproduction» (2004) der gebürtigen Ungarin und Wahl-Pariserin Eszter Salamon.
Gemeinsam mit der Uraufführung von «The Return of the Modern Dance» des US-Amerikaners Trajal Harrell bildet Salamons Choreografie die neue, «Highlights» betitelte Produktion des Cullberg-Balletts, mit der die schwedische Kompanie nach der Premiere in Malmö auf Tournee geht.
Doch anders, als der Titel zunächst vermuten lässt, befasst sich «Reproduction» nicht mit der Erzeugung neuen Nachwuchses. Das Stück ist vielmehr eine ausgeklügelte Interpretation des altindischen Erotik-Lehrwerks «Kamasutra». Nach stimulierenden Klängen setzt die Musik aus, und die Männer stellen sich vor, schweigend. Dann finden sie sich – sehr zögerlich – zu Paaren zusammen und ...
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Tanz Juni 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 52
von Charlotte Christensen
In Moskau ging die «Goldene Maske» gleich dreimal an den Gast aus Monte Carlo: Jean-Christophe Maillots «Der Widerspenstigen Zähmung» am Bolshoi wurde als beste Choreografie mit den besten Tänzern, Ekaterina Krysanova und Vladislav Lantratov, ausgezeichnet. Als beste zeitgenössische Arbeit gilt «Exhibit Item/Awakening» des Alexandrinskiy Theaters Sankt Petersburg....
Der Choreograf Serge Lifar nannte sie «eine der größten Ballerinen aller Zeiten». Der Kritiker Walter Terry adelte sie zur «Callas des Balletts». Rudolf Nurejew gestand ihr, nachdem er sie als Kitri gesehen hatte: «Ich habe geschluchzt», denn «Sie haben ein Feuer auf der Bühne entzündet.» Die Schauspielerin Ingrid Bergman staunte: «Sie haben göttliche Hände.»...
Die 13 war ihre Glückszahl: Geboren am 13. September 1889, fand ihre Taufe an einem Freitag, den 13., statt, die Festgesellschaft samt Täufling zählte – 13 Köpfe. Gute Omen, denn die Bilanz dessen, was sich in den folgenden fast hundert Jahren ereignete, lautete: «Mein Leben war sehr schön und interessant, manchmal zwar auch schwer, aber sehr bewegt.» Stimmt!...
