Dominique Efstratiou: «Orestie»
Kassandra sieht im Spiegel der fußhoch gefluteten Orchesterwanne Menschenleben. Im Palast hinter ihr verzehren sich Klytaimnestra und Aigisthos in erotischen Hebungen. Priesterinnen breiten dem heimkehrenden Agamemnon rote Kleidchen unter die Füße – blutige Erinnerung an die Opferung seiner Tochter. Sanft trägt der Feldherr seine Trophäe Kassandra herein, das Volk wirft sie ans Portal. Klytaimnestra legt ihrem Gatten einen Mantel mit Blutstrahl um, dann streut sie Blumenblätter ins gemeinsame Bad.
Kassandras Verzweiflungssolo bereitet vor: die letzte Begegnung der fremd gewordenen Eheleute, ein kussverschweißtes Wälzen im koitalen Taumel, bei dem sie ihn erstickt. Aufgewühlt steht im zweiten Teil Orest vor dem Vatergrab. Auf Knien nähert er sich Elektra, mit dem Mund reicht sie den Dolch. Beim Begrüßungstanz ersticht Orest den Thronusurpator. Streichelversuchen der Mutter entzieht er sich, bis das Gesetz Erfüllung verlangt. Unter Wahnsinnsklang und dem baumelnden Leichnam der Mutter im roten Endloskleid bedrängen ihn die Erinnyen, ehe das Eingreifen von Apollon und Athene den Schuldigen entschuldet. Den Geistern seiner Eltern folgt er ins Bad. Dominique Efstratiou entwickelt für ...
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