Dinner mit Dinosaurier
Eröffnung von La Biennale di Danza. Der Atem der Tänzer Nicole Peisl und Christopher Roman klingt wie das Röcheln eines sterbenden Dinosauriers. Die Trauer kriecht schriftlich über den eisernen Vorhang: «At the time political refugees in Germany were being burned alive in their homes by gangs of ultra-nationalists ...» Siebzig Gäste umstehen auf der Hinterbühne des Teatro Arsenale mehrere Tische mit Pappbausätzen, aus denen man Dinosaurier vom beachtlichen Ausmaß eines Schäferhunds zusammenbauen kann.
Mit spielerischem Vergnügen knicken wir dreikrallige Pfoten, lösen die Rippen aus der Perforation, pinnen Gehirnteile eines Sauriers an dessen Hinterteil. Skulpturen entstehen, die die Evolution mit Hohn überziehen. Die ausgestorbene Spezies wird zu Monstren zufälliger Montagen der Glieder und Extremitäten. Genauso krümmt sich Nicole Peisl vor einem Notenständer, auf dem Krickelkrakel zu sehen ist. Ihr Körper tanzt die Dysfunktion des Knochenbaus, die sich vor uns auf den Tischen türmt.
Munter protestiert dazu das Publikum gegen die genetisch determinierte Anatomie und übt sich in der freien Gestaltung der Knochenarchitektur. Die Glieder von Christopher Roman verrenken sich in ...
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