Die Vergangenheit des anderen

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Es ist ein bewölkter Sonntag. Kaum jemand ist auf der Straße, doch in diesem Café haben sich zu viele Menschen versammelt, sodass sie meinen Gedanken keinen Raum lassen. Ich setze mich nach draußen, entschlossen, mich von allen anderen fernzuhalten; ich möchte mich in alten und neuen Gedanken verlieren, mich von ihnen überwältigen lassen. Ein doppelter Espresso, ein abgegriffenes Notizbuch und ein halb offenes, halb vergessenes Buch teilen sich den Platz auf dem Tischchen. Ich hingegen bin gefesselt an diesen unbequemen, wackeligen Stuhl.

Von diesem fragwürdigen Exil aus beobachte ich die vergehende Zeit. Ich halte Ausschau nach jenem Funken von Leben, der aus dem Nichts auftaucht und dann wieder verglüht, nach jener unerwarteten, poetischen Geste, die auf dem Asphalt dieser Straßen erblüht, um dann im allgemeinen Chaos der sich bewegenden Gesellschaft wieder zu entschwinden. Es ist ein zerbrechlicher, ein zarter Moment; nur schwer zu fangen. Ich muss geduldig sein und wie ein Jäger still ausharren. Man muss seine Bedürfnisse zur Ruhe betten, gleichzeitig jedoch wachsam sein, man muss das Zeitgefühl ausschalten, sich selbst vergessen. Und genau dort, in diesem Hohlraum zwischen ...

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Tanz Jahrbuch 2023
Rubrik: John Cranko, Seite 40
von Alessandro Giaquinto

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