Die Fabeln von La Fontaine

Paris

Tanz - Logo

La Fontaine schrieb zwar weit mehr als zwölf Fabeln, aber Annie Sellems La Petite Fabrique wird kein dreizehntes Duo mehr produzieren. Das Dutzend ist nun voll. Die letzten beiden Kreationen gehören Karine Ponties aus Belgien («Phébus et Borée») und Mohamed Shafik aus Ägypten («Le loup du chien»). Die rassigsten Pferde im Stall sind sie nicht. Die freiesten und überraschendsten Beiträge sind die kurz zuvor kreierten «Le cerf se voyant dans l’eau» von Boyzie Cekwana und «Contre ceux qui ont le goût difficile» von Lia Rodrigues. Cekwana macht aus dem Hirsch eine Antilope.

Mit Eleganz und Koketterie spiegelt er die Weite der Savanne. Aus Jagd und Verführung spinnt er ein Spiel, das in fast der Hälfte der Produktionen zu finden ist, auch in Béatrice Massins sehr sinnlichem Barocktanz in Schafs- und Wolfspelz («Le loup et l’agneau»). Doch die Choreografen aus anderen Kontinenten sind eben respektloser im Umgang mit Frankreichs Klassikern. Rodrigues ist gewohnt provokant, parodiert absolut erfrischend La Fontaine mit Beißen, Kneifen und blauer Zahnpasta. Da wirken manche Fabelstücke der ersten Welle schon etwas konservativ. Nun geht’s auf Tournee, entweder im Zwölferpack oder à la carte.

 ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2006
Rubrik: Der Kalender, Seite 48
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Neue DVDs der Ballets de Monte-Carlo

Prinzessin Caroline von Hannover hat Recht: «Ein nostalgisches Festhalten an einer wunderbaren Vergangenheit kann nicht das Ziel sein.» Und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin schreibt ihrem Publikum ins Stammbuch: «Die großartige Tradition des Tanzes in Monaco behält ihre Bedeutung nur, wenn man ihre unbedingte und fortwährende Hingabe an die Tradition der Moderne...

Mark Morris’ «Mozart Dances»

Mark Morris has had a banner year. He celebrated his 50th birthday, his company marked its 25th season with a full month of performances at BAM, and his new work, “Mozart Dances,” premiered at Lincoln Center’s Mostly Mozart Festival. For it, he drew upon his half century of wisdom and imagination as well as the opportunity of being accompanied by Emanuel Ax on...

Maurice Béjart

Maurice Béjart kann vom Ballett nicht lassen

Wie in «Gaîté Parisienne», eins seiner erfolgreichsten Stücke, konzentriert er die ganze Kunst auf die Barre in der Bühnenmitte: Fixpunkt eines Tanzes, der ohne Technik, ohne Beherrschung des Körpers nie die Freiheit hätte, Béjarts Vorstellungen folgen zu lassen. Wie in vielen anderen Stücken fungiert Gil Roman,...