Die Ballerina als Gefährt
Der ungarische Religionswissenschaftler Mircea Eliade veröffentlichte 1957 die Schrift «Das Heilige und das Profane». Er fragte: Wie kann ein x-beliebiger Raum «heilig» werden? Man kann ein Schloss davor hängen. Dann ist der Raum privat. Man kann beschließen, dass einen Raum nur eine winzige Minderheit betreten darf. So erhält man einen Altarraum oder eine Bühne. Man errichtet einen schützenden Orchestergraben davor und zwingt das Publikum, den Blick auf die Bühne oder den Altar zu richten.
Selbst wenn man keinen Altar baut, wie im muslimischen Glauben, kann man um den heiligen Ort eine Mauer ziehen und verlangen, dass die Teppiche in der Moschee wie in einem Tanzstudio nur barfuß oder auf Socken betreten werden dürfen. Eine Moschee als Schutzraum für lauter Gleiche. Das ist ein Tanzraum auch. Da bei einer Moschee die Bühne fehlt, ist sie das, was man heute einen «demokratischen» Raum nennt: er hat kein Zentrum. Die Kanzel auf der Leiter im Freitagsgebet ist weder Altar noch Bühne, sondern ein Hilfsmittel, um den Imam besser zu verstehen. Wenn kein Freitag ist, steht die Leiter achtlos an der Seite. Dieser Imam mag keinen Tanz. Warum nicht?
Beim Tanzpfarrer
Tutzing am Starnberger ...
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