Die Außenministerin
Christiane Theobald, Sie drehen gerade die Abschiedsrunde als Intendantin des Staatsballetts Berlin – und die kann nicht kurz geraten. Denn Sie haben Ihre Laufbahn schon 1987 begonnen, als Dramaturgin beim Ballett der Deutschen Oper, noch in der Direktionszeit von Gert Reinholm. Das Staatsballett als Fusion der drei Hauptstadtkompanien hat erst im neuen Jahrtausend das Licht der Tanzwelt erblickt. Wie geht’s Ihnen jetzt so kurz vor der Ziellinie?
Gemischte Gefühle.
Ich denke oft an Marcia Haydée, die ihr «Dornröschen» hier einstudiert und mir gezeigt hat, wie sie sich jeden Morgen ganz bewusst auf die Bettkante setzt, beide Füße fest auf den Boden stellt, die Erde spürt – und zu sich sagt: «Marcia, das Beste kommt noch.» Das ist doch ein großartiges Beispiel, wie man‘s machen sollte. Und sie hat immer noch Energie für zehn!
Marcia Haydée war Stuttgarter Primaballerina, hat die Kompanie nach dem Tod des Gründers John Cranko auch geleitet und ist mit über 80 Jahren immer noch im Geschäft. Wie wird das bei Ihnen sein?
Beim Staatsballett mache ich jetzt erst einmal einen Cut. Ich halte das auch für meinen Nachfolger Christian Spuck für richtig und wichtig, dass etwas Neues beginnen ...
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Tanz Juli 2023
Rubrik: Leadership, Seite 50
von Dorion Weickmann
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