Artwork
Ein Theater plant eine Produktion. Das heißt: Erst einmal wird ein Dispositionsplan erstellt, dann werden Räume belegt, die technischen und künstlerischen Anforderungen wollen eingerechnet werden … Und meist gerät die Planung hier ins Schleudern, beschreibt Miriam Seixas die typischen Probleme.
Seixas hat für das Hamburger Ausstellungshaus Deichtorhallen gemeinsam mit Benjamin Willems vom Produktionshaus Kampnagel eine Software namens «artwork» zur Organisation von Projekten im Kunstkontext entwickelt, sie kennt die Fallstricke, die im Veranstaltungsalltag anfallen: Abteilung A weiß nicht, auf welchem Stand Abteilung B ist, Abteilung C arbeitet mit veralteten Dokumenten, in Abteilung D ist niemand erreichbar, und die ganze Dispo steht vor einem Scherbenhaufen. «artwork» soll solche Fehlentwicklungen korrigieren, und weil die Software als Kooperation zwischen einer Kunstinstitution und einem Theater entwickelt wurde (gegen Ende des Prozesses schloss sich auch noch das Berliner HAU an), kann sie auch auf unterschiedliche Anforderungen eingehen.
Denn: Nicht nur Museum und Bühne arbeiten unterschiedlich, schon ein freies Theater und ein Staatsballett haben verschiedene Erwartungen an ...
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Tanz Juli 2023
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Falk Schreiber
Triple Bills entwickeln sich zur bevorzugten Form von Antoine Jullys Ballettcompagnie Oldenburg. Der jüngste Abend unter dem etwas beliebig wirkenden Titel «Solarwinde» ist als große Neoklassik-Runde komponiert, mit der 2017er-Choreografie «Der Tod und das Mädchen» des Hausherrn, Hans van Manens «Frank Bridge Variations» von 2005, vor allem aber einer Uraufführung...
Johannes Wieland, was machen Sie gerade?
Eigentlich mache ich genau das gleiche, was ich die letzten 40 Jahre gemacht habe – ich mache Stücke, jetzt freiberuflich, und ich kuratiere das Tanzfestival «b12» in Berlin. Bevor ich 2006 Tanzdirektor am Staatstheater Kassel wurde, habe ich ja auch freiberuflich gearbeitet, und auch in Kassel hatte ich mir vertraglich...
Es gab eine Zeit, in der Künstler mit politischen Kommentaren und ästhetischen Statements, Wut oder Hohn auflagenstarke Illustrierte – Titel wie «Harper’s Weekly. Journal of Civilization», «The National. A Library for the People», «Journal pour Rire. Journal d’image comique, critique, satirique et moqueur» oder den «Simplicissimus» – dominierten. Wie die goldene...
