Mario Schröder, Harry Yeff «Fusion»

Leipzig

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Tiefes Seufzen, sachtes Flüstern, leises Gebrabbel, aus dem dann und wann ein Laut herauszischt und in den Äther hineinsticht, wo er zu einer Art Ethnogesang gerinnt. Kein Orchester im Leipziger Opernhaus, stattdessen zwei Männer, Mikros und Akustikboxen, die eine Landschaft aus samtigen, sandigen, sirenenverführerischen und symphonischen Klängen bauen: Der Stimmvirtuose Harry Yeff und sein Ad-hoc-Komponist Gadi Sassoon sind der musikalische Part dieser «Fusion», die Leipzigs Ballettchef Mario Schröder für sein Ensemble choreografiert.

Zwei Jahre lang haben sich Schröder und Yeff alias Reeps100, dessen Spiegelungen im Netz millionenfache Klicks generieren, auf diese Premiere vorbereitet. Haben erforscht, wie Stimme, Körper und KI zueinander finden. Bis ganz zuletzt eine bewegte Ikonografie in vertrauten Umrissen entsteht: Hieronymus Boschs figuratives, von Kopf- und Vierfüßlern bevölkertes Leinwanddelir ist die Matrix für das Schlussbild eines eineinhalbstündigen Abends, der Psychedelisches in den Raum projiziert und buchstäblich in Mythen badet.

Tänzer*innenköpfe beugen sich über ein kreisrundes Wasserbassin – Narziss und Nymphen, unversehens auferstanden. Blicke gleiten dahin, ...

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Tanz Juli 2023
Rubrik: Kalender, Seite 35
von Dorion Weickmann

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