Bildertheater

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Es gab eine Zeit, in der Künstler mit politischen Kommentaren und ästhetischen Statements, Wut oder Hohn auflagenstarke Illustrierte – Titel wie «Harper’s Weekly. Journal of Civilization», «The National. A Library for the People», «Journal pour Rire. Journal d’image comique, critique, satirique et moqueur» oder den «Simplicissimus» – dominierten.

Wie die goldene Zeit der Pressegrafik zwischen 1819 und 1921 aussah, und wie nah einander Bildende Kunst und Theater, Literatur und politisches Engagement einmal waren, zeigt ein großformatiger, prachtvoller und gewichtiger Band von Alexander Roob im «Taschen»-Verlag.

Dieser frühe Bildjournalismus ist scharf und konfrontativ: Neben investigativen Sozialreportagen und urbaner Ethnografie gibt es politisches Cartooning, grafische Humoresken sowie Genre-, Science Fiction- und Fantasy-Illustrationen. Die Zeichnungen sind hochdynamisch, ausdrucksstark und pointiert – ein choreografisches Bildertheater in Zeitschriftenformat. Auf den Seiten der Massen- und Boulevardmagazine in Europa und Nordamerika tanzen Karikaturen und Geschichten in großer stilistischer Flexibilität und breitem gestalterischen Spektrum.

Die genealogische Linie der ...

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Tanz Juli 2023
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova

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