Der Wal
Es ist doch schön, wenn die Superreichen der Gesellschaft etwas zurückgeben. Dass der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne Hamburg ein neues Opernhaus spendiert, berichteten wir bereits (tanz 11/25), und wir wollen an dieser Stelle auf keinen Fall noch einmal vertiefen, dass Kühnes Vermögen auf den guten Geschäften seiner Familie mit den Nazis beruht (was sich unlängst auch als Dokumentarstück «Raub. Verladene Erinnerungen» im Theater Bremen nachvollziehen ließ).
Jetzt hat die Unternehmerin Karin Walter-Mommert gemeinsam mit dem Gründer einer Elektromarkt-Kette Millionen dafür gespendet, dass ein vor der mecklenburgischen Küste gestrandeter Wal in die Nordsee geschleppt wurde. Es sei kurz erwähnt, dass Walter-Mommert ihre Millionen mit dem Besitz eines stattlichen Portfolios an Trabrennpferden gemacht hat – bekanntermaßen keine Sportart, die durch besondere Tierliebe auffällt. Und dass das Rettungsteam des Wals ein zusammengewürfelter (und bald heillos zerstrittener) Haufen war, darunter Rechtsextreme, Rocker und Influencer*innen ohne fachliche Expertise, berichtete zum Beispiel der Berliner «Tagesspiegel». Zudem verschwand der Wal kurz nach der Freilassung, mittlerweile ist er ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Falk Schreiber
Der Tanz in Hagens Stadttheater traut sich was. In seiner Hingabe ans Zeitgenössische streckt er sich nicht nach dem Triumph von Virtuosität oder wiedererkannter Story, sondern macht sich lang, weit und spiralig, hin zum Einssein mit dem Bewegen, dem Veränderlich- und Mit-Anderen-Sein.
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