Der Wal
Es ist doch schön, wenn die Superreichen der Gesellschaft etwas zurückgeben. Dass der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne Hamburg ein neues Opernhaus spendiert, berichteten wir bereits (tanz 11/25), und wir wollen an dieser Stelle auf keinen Fall noch einmal vertiefen, dass Kühnes Vermögen auf den guten Geschäften seiner Familie mit den Nazis beruht (was sich unlängst auch als Dokumentarstück «Raub. Verladene Erinnerungen» im Theater Bremen nachvollziehen ließ).
Jetzt hat die Unternehmerin Karin Walter-Mommert gemeinsam mit dem Gründer einer Elektromarkt-Kette Millionen dafür gespendet, dass ein vor der mecklenburgischen Küste gestrandeter Wal in die Nordsee geschleppt wurde. Es sei kurz erwähnt, dass Walter-Mommert ihre Millionen mit dem Besitz eines stattlichen Portfolios an Trabrennpferden gemacht hat – bekanntermaßen keine Sportart, die durch besondere Tierliebe auffällt. Und dass das Rettungsteam des Wals ein zusammengewürfelter (und bald heillos zerstrittener) Haufen war, darunter Rechtsextreme, Rocker und Influencer*innen ohne fachliche Expertise, berichtete zum Beispiel der Berliner «Tagesspiegel». Zudem verschwand der Wal kurz nach der Freilassung, mittlerweile ist er ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Falk Schreiber
Am Salzburger Landestheater regiert in puncto Tanz irrwitzige Vielfalt. Reginaldo Oliveira (in Brasilien geboren, zuletzt an der Bolschoi-Akademie ausgebildet, bis 2017 Tänzer in Karlsruhe), ist Klassikern ebenso zugeneigt wie Kreationen oder poppigen Collagen. Seinen Bestseller «Frida» (tanz 2/25) studiert er gerade beim Rijeka Ballet ein, die Pendelei bewältigt...
MARTHA GRAHAM
New York war ihre Stadt, aber Furore machte Martha Graham (1894 – 1991) vor allem mit Werken, die eine Art Zivilisationsarchäologie betrieben: «Appalachian Spring» (1944) oder «Cave of the Heart» (1946) prägten das Antlitz der Tanzmoderne. Ihre Company, die dieses Jahr den 100. Geburtstag feiert (tanz 5/26), wird nun zusammen mit der Gründerin unter...
Ziemlich gewagt, einem gerade mal 22-Jährigen Sergei Prokofjews «Romeo und Julia» anzuvertrauen. Und das auch noch als Festivaleröffnung. Das Thüringer Staatsballett hat diese Risiko-Karte gezogen – und getrumpft. Emanuele Babici, Tänzer des Stuttgarter Balletts, fiel seit 2022 mit sieben kleineren Choreografien auf, sein vergangenes Jahr bei Londons «International...
