Emanuele Babici «Romeo und Julia»

Gera

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Ziemlich gewagt, einem gerade mal 22-Jährigen Sergei Prokofjews «Romeo und Julia» anzuvertrauen. Und das auch noch als Festivaleröffnung. Das Thüringer Staatsballett hat diese Risiko-Karte gezogen – und getrumpft. Emanuele Babici, Tänzer des Stuttgarter Balletts, fiel seit 2022 mit sieben kleineren Choreografien auf, sein vergangenes Jahr bei Londons «International Draft Works» herausgebrachtes Trio «Heartquake» erregte bereits Aufsehen (tanz 6/25).

Aber dass der Italiener so schnell ein abendfüllendes, längst in quasi kanonische Fassungen gegossenes Werk (Cranko, Mac-Millan, Mats Ek et al.) anpackt, das ist dann doch eine Überraschung. Zumal er damit auch den Auftakt fürs «Internationale BallettFestival Gera» lieferte, das seinerseits mit ambitioniertem Programm samt Gastspielen von John Neumeiers Bundesjugendballett und Sasha Waltz & Guests debütierte.

Der Reiz dieser Shakespeare-Adaption ergibt sich aus ihrem Detail- und Facettenreichtum, vor allem aber sorgt eine Art «Bro»-Faktor für zeitgenössisches Feeling: Während die (bisweilen vermuffte) Ausstattung und das durchweg klassische Idiom revolutionäre Optik kaum begünstigen, hat Babici die Tänzer*innen resp. ihre Rollen von ...

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Tanz Juni 2026
Rubrik: Kalender, Seite 46
von Dorion Weickmann

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