Der Choreograf des Jahres
«Thou shalt not kill», sagt der Tänzer Darryl E. Woods. Du sollst nicht töten. Auf der Bühne wird der Gashahn aufgedreht. Alle fallen in ein tiefes Koma. Dazu klingt 800 Jahre alte Musik, so entsetzlich fröhlich komponiert wie von Menschen, die die Kreuzzüge überlebt haben und nicht mehr wissen, ob sie nun bei den Engeln oder in der Hölle leben. Klar: Die Engel leben in der Hölle. Christenherz und Holocaust – dazwischen passt kein Atemzug. Eine typische Szene bei Sidi Larbi Cherkaoui, gesehen in «Foi» (Glaube) von 2003.
Zuvor entstand das Stück «D’avant».
Damien Jalet und Sidi Larbi Cherkaoui, die Freunde, gehörten damals noch zu den legendären Ballets C. de la B. im belgischen Gent. Cherkaoui war dort der Ritter von der traurigen Gestalt. Und verließ Alain Platels Choreografen-Kollektiv, das «soziale Tanztheater». Interessierte ihn nicht mehr die Integration der Auffälligen, die Liebe zu den Schwachen? Doch. Aber Cherkaoui ließ dazu mittelalterliche Musik spielen, arabischer, korsischer, baskischer und deutscher Herkunft.
Mittelalter und Sozialkritik? Für Cherkaoui ist unser Mittelalter der letzte Rest europäischer Identität. Die Kreuzzüge, die Europa zusammenschworen im Hass ...
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Whilst often considered as an eclectic artist, with fingers in many pies, the reality is that for many years Christian Rizzo has been ploughing the same furrow. He is an artist who writes in gestures: each is repeated incessantly, taking on more and more importance, like those of a craftsman and which leave their mark in many different domains. Dance is just one of...
“That spring day in 1994 on the Croatian island Krk was one of the most special days in my life,” says Marko Peljhan. On this island in the Kvarner Gulf, where there were practically no tourists in the first half of the 1990s, he – together with a team of co-workers with whom he was contemplating his third performance – set off for a location marked only by a...
You studied economics, how did you get into the creative business?
I found myself working as a choreographer, knowing little about dance or any other art form from which I could make the lateral leap into dance. So I started out using my body as my primary – and music as my secondary – material. In reality, I began to compose, which is something that had...
