Das Tänzermodel
Tae-eun Kim, Sie haben selbst getanzt, später in Rom Soprangesang und in Florenz Kunstfotografie bei Sabine Korth studiert, einer Meisterin der Fotomontage. Fashion-Fotografie lernten Sie bei Koreas Meister Seong-jin An. Und nun setzen Sie für die koreanische Ausgabe von Harper’s Bazaar Tänzer als Models ein. Warum? Ich fotografiere auch oft Schauspieler, sowohl für ihre persönlichen Books als auch für Fashion-Kataloge. Ich inszeniere sie wie in Filmen, dafür bin ich bekannt.
Asiatische Modezeitschriften präsentieren gern bekannte Schauspieler aus Film und Theater, und die stellen sich auch gern zur Verfügung. Jetzt arbeite ich mit Tänzern und genieße das. In meinem nächs-ten Leben will ich Tänzerin sein, denn Tänzer können sich so unmittelbar mit dem Körper ausdrücken. Sie brauchen kein Medium wie die Kamera. Ich arbeite auch lieber mit Tänzern als mit Profi-Models. Denn Letztere sind geradezu dressiert, für sie ist das reines Business. Sie haben perfekte Körper, aber sie zeigen einfach zu wenig Herz und Seele auf den Bildern. Die Kommunikation mit ihnen ist schwieriger. Gut, andere Fotografen mögen das anders sehen ...
Models betrachten sich selbst als bloßes ...
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Man braucht die richtigen Werkzeuge, sagt Anouk van Dijk, wenn man die Kunstform weiterentwickeln will. Folgerichtig hat die Choreografin über fünfzehn Jahre ihre «Countertechnique» ausgefeilt. Nicht, wie oft, bloß individuelles Vokabular, dessen Vermittlung eigentlich dazu dient, eine spezifische Ästhetik zu verbreiten. Van Dijks Technik ist Grammatik – vor allem...
Fünf Tänzer in strengen schwarzen Businessanzügen starren das Publikum an. Die Atmosphäre ist unbequem. Man hat keine andere Wahl und starrt zurück. Bis endlich etwas geschieht: Einer nach dem anderen knöpfen sie langsam die weißen Hemden auf und ziehen die Anzüge aus. Hinter ihnen hebt sich eine Stoffwand. Es ist das Zeichen, die Kleidung wieder anzuziehen. Danach...
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