Mode

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ist verdächtig. Sie verändert die Welt. Heute kleidet sie sich so, morgen benimmt sie sich anders. Das ist in intellektuellen Künstlerkreisen sehr verdächtig. Aber nur, weil Mode das ist, was die Kunst am liebsten selber tun wollte. Die Welt verändern. Was nicht ging, denn stets haftete der Kunst der Makel an, für Beständigkeit, für Identität und große Werte zu stehen. Man ändert ja auch ein Ballett nicht, sondern rekonstruiert es. Denn ein Ballett, das man dekonstruiert, neu beleuchtet, anders arrangiert, kann nur nach der Mode gehen ...

Jetzt holt der große Choreograf Angelin Preljocaj das «Schneewittchen» gar nicht nach dem Geschmack des 19. Jahrhunderts auf die Bühne und hat damit Erfolg.

Auch, weil Jean Paul Gaultier daran beteiligt ist. Der Modemacher sagt: «Zuerst dachte ich, man müsste die Couture modernisieren, aber in Wirklichkeit liegt ihre Stärke in der unvergleichlichen Qualität des Handwerks.» Was man früher von der Kunst verlangte, verlangt nun ausgerechnet er für die Mode, Jean Paul Gaultier, der die Korsagen für Madonna erfand, Parfümfläschchen in Warhols Dosen einschweißen ließ und die Filmkunst von Peter Greenaway ausstattete. Dafür wurde er ins Museum gesteckt – ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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Irische Weltenänderer



Als der österreichische Choreograf Michael Klien 2003 die Daghdha Dance Company übernahm, zog die irische Tanztruppe von der University of Limerick um in einen Kirchenbau in der Stadtmitte. Das war ein durchaus symbolischer Akt. Klien wollte den Tanz von seiner «selbstreferenziellen Note» der Akademia befreien, um Freiräume zu erobern.

Kaum in St. John’s Church...

Hautnah

Fünf Tänzer in strengen schwarzen Businessanzügen starren das Publikum an. Die Atmosphäre ist unbequem. Man hat keine andere Wahl und starrt zurück. Bis endlich etwas geschieht: Einer nach dem anderen knöpfen sie langsam die weißen Hemden auf und ziehen die Anzüge aus. Hinter ihnen hebt sich eine Stoffwand. Es ist das Zeichen, die Kleidung wieder anzuziehen. Danach...

Blanche Neige

Das Wort «Blanche Neige» war die Zündflamme. Wie von der Spindel gestochen, schoss das Enfant terrible der Haute Couture, Jean Paul Gaultier, in die Höhe und rief aus: «Das ist es! Schneewittchen ist der Archetyp des Märchens!» So erzählt es Angelin Preljocaj. Gaultier wühlte ohnehin gerade im Märchenstoff. Prinzen und Königinnen sollten die neue Kollektion...