Mode

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ist verdächtig. Sie verändert die Welt. Heute kleidet sie sich so, morgen benimmt sie sich anders. Das ist in intellektuellen Künstlerkreisen sehr verdächtig. Aber nur, weil Mode das ist, was die Kunst am liebsten selber tun wollte. Die Welt verändern. Was nicht ging, denn stets haftete der Kunst der Makel an, für Beständigkeit, für Identität und große Werte zu stehen. Man ändert ja auch ein Ballett nicht, sondern rekonstruiert es. Denn ein Ballett, das man dekonstruiert, neu beleuchtet, anders arrangiert, kann nur nach der Mode gehen ...

Jetzt holt der große Choreograf Angelin Preljocaj das «Schneewittchen» gar nicht nach dem Geschmack des 19. Jahrhunderts auf die Bühne und hat damit Erfolg.

Auch, weil Jean Paul Gaultier daran beteiligt ist. Der Modemacher sagt: «Zuerst dachte ich, man müsste die Couture modernisieren, aber in Wirklichkeit liegt ihre Stärke in der unvergleichlichen Qualität des Handwerks.» Was man früher von der Kunst verlangte, verlangt nun ausgerechnet er für die Mode, Jean Paul Gaultier, der die Korsagen für Madonna erfand, Parfümfläschchen in Warhols Dosen einschweißen ließ und die Filmkunst von Peter Greenaway ausstattete. Dafür wurde er ins Museum gesteckt – ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

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