Daniel Goldin: «Von Licht und Fremde»
Applaus. Daniel Goldin tritt mit seinem Ensemble vor. Über dem Ensemble hängt ein Ensemble von Motorhauben. Goldin schaut ungläubig. Er sieht uns plötzlich an – was seinen Tänzern neunzig Minuten lang nicht gelang. Goldin scheint sich zu fragen, ob ein Lächeln überhaupt angemessen sei. Es passt nicht in die Verrückung, die er wieder einmal geschehen ließ. Lauter Verrückungen choreografierte er anlässlich der Ausstellung im Landesmuseum in Münster.
«Orte der Sehnsucht» heißt sie und zeigt Mitbringsel von Malern, von Dürers Italienreise über Gaugins Südsee-Fahrten bis zur heutigen Reisereportage (noch bis zum 11. Januar).
Reisen ist, glaubt man Goldin, was niemanden von der Stelle bringt. Reisen sei allein Ich-Erfahrung, allenfalls Ich-Erweiterung, bestenfalls Anverwandlung der Fremde. Letzteres gelingt nur den wunderschönen Kostümen von Gaby Sogl. Ganz in Schwarz, mit weißem elisabethanischem Kragen, die Zigarettenspitze abspreizend, tanzt Jennifer Ocampo Monsalve wunderzart in sich selbst – wie ein Gemälde.
Der Tanz vermeidet vorsichtig den Eindruck der Skulptur, möchte auch nicht den Rahmen sprengen. Tanzen scheint eher wie der tastende Versuch, einem Gemälde zu entsteigen, der ...
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Monopoly
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