Xin Peng Wang: «Krieg und Frieden»
Sie haben in Dortmund eine regelrechte Balletteuphorie ausgelöst. Die Stadt hat Sie mit der Unabhängigkeit belohnt. Wie ist dieses Ballettwunder gelungen? Ich bin glücklich, es war ein langer Weg. Als ich 2003 nach Dortmund kam, war mein Ziel eine eigenständige Tanzsparte. Nur so ist langfristiger Erfolg möglich. Deshalb habe ich sie immer wieder gefordert. Dazu mussten wir Erfolge vorweisen und das Publikum gewinnen. Das haben wir jetzt geschafft.
Es gibt einen neuen Namen, Ballett Dortmund, ein eigenes Budget, Personalhoheit, eine Anpassung der Tänzer-Gehälter an die Tarife und Autonomie u. a. bei Gastspielvereinbarungen. Was genießen Sie besonders? Wir müssen z. B. nicht mehr in Musicals auftreten. Nächsten Juni gestalten wir einen gemeinsamen Abend: Die Oper produziert «Oedipus», wir das Ballett «Sacre du printemps». Das ist Gleichberechtigung.
Im Sommer bekommen Sie auch ein neues Trainingszentrum im ehemaligen RWE-Sonnenenergieforum im Westfalenpark. Auch ein langer Weg. Das neue Haus bietet super Bedingungen. Und schöne Architektur, eine Pyramide mit viel Glas inmitten von Natur. Es gibt zwei große Säle, Garderoben für vierzig Tänzer und Aufenthaltsräume. Ideal auch, um ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es liegt nicht nur am Plastikvorhang an der Rampe, wenn sich das Publikum im Bremer Schauspielhaus bei dieser Tanztheater-Premiere die Augen reiben muss. Nach Ensemblemitgliedern des Hauses sehen die Akteure nicht aus. Fettanzüge polstern Trainingsanzüge und Schlabberkleider aus. Tanz gerät mit dieser Bewegungsbremse schon im Ansatz zur Groteske. Ein paar Stühle...
Engel, gibt es die? Der rumänische Philosoph Andrei Plesu hat noch keinen gesehen. «Ich habe kein Organ für Erscheinungen», schreibt er in seinem Buch «Das Schweigen der Engel». Er bräuchte dieses Organ auch nicht, würde er dem Tanzquartier Wien Glauben schenken: Engel weilen unter bürgerlichem Namen völlig unerkannt und ungeflügelt unter uns. Nur zu Weihnachten...
Eine Entdeckung machte der russische Filmemacher und Historiker Victor Bocharov, als er in die Archive des Mariinsky Theaters in St. Petersburg stieg. Er fand einen Brief, in dem der Solist und Petipa-Schüler Alexander Shiryaev darum bat, einen Tanzfilm über das Russische Imperial Ballett drehen zu dürfen. Datiert ist er auf das Jahr 1906. Zwar wurde Shiryaevs...
