Benoît Lachambre, Louise Lecavalier: «Is You Me»
Schluss mit dem Individuum. Die Grenze zwischen You und Me verschwindet. Das Eigene ist sowieso kaum zu erkennen. Dieses Stück von und mit Benoît Lachambre und Louise Lecavalier ist fast ein Puppentheater. Die Bühne: ein rampenartiger Klotz mit kleinem Bewegungsfeld. Rechts und links hantieren die Mitkreatoren, der Musiker Hahn Rowe und der Licht- und Bildkünstler Laurent Goldring. Auf der Rampe liegt ein stilisierter Oberkörper, Kopf, Arme, Rumpf: ein schwarzer Kapuzenpulli. Eine weitere schwarze platte Gestalt erscheint, ähnlich grob, wie ausgeschnitten, mit Beinchen.
Sie beult hier und da aus: eine ungelenk tanzende Projektion. Noch eine schwarze Figur mit Kapuze legt sich auf die Schräge und wabbelt ähnlich gemächlich mit den Hüften: ein Mensch? Die Geräusche aus dem Off, erst Klingeln und Zwitschern, werden rhythmischer. Unidentifizierbare Formen schweben herum wie Frühstückszerealien in der Ursuppe. Film und Bühne werden zum zerklüfteten Bild.
Jenes erahnbar weibliche Wesen verliert seinen Kopf, indem es ihn hinten über die Rampenkante hängen lässt. Zwischen zwei Wänden taucht ein größerer Zweibeiner in Weiß auf und gesellt sich mit wackelndem Spitzkapuzenkopf ins Bild, über ...
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