Daniel Goldin: «Myriaden»
Vor 25 Jahren spielte der kanadische Pianist Glenn Gould in New York Bachs «Goldberg-Variationen» ein. Die Aufnahme gilt noch heute als die gültige Interpretation des Zyklus. Daniel Goldin hat sich in Münster für eine Einspielung entschieden, in der Keith Jarrett wie einst der Bach-Schüler Goldberg die Aria plus 30 Variationen auf dem Cembalo spielt – eine befremdliche Entscheidung. Denn die Musik verliert in dieser Version eindeutig an Tiefe; Jarrett verwandelt sie beinah in eine barocke Luftnummer.
Goldins Entscheidung für Jarrett und das Cembalo ist noch unverständlicher, weil seine Choreografie gerade das Abgründige und die dunklen Töne der Komposition betont. Goldins Tanzstück ist ein Nachtstück, das den Titel «Myriaden» (Zehntausende) trägt – eine Titelgebung, die ebenso wenig nachvollziehbar ist wie die Auskunft des Choreografen, neben Bachs Musik seien die Fotos von Henri Cartier-Bresson der «Ausgangspunkt» seiner neuen Arbeit. Immer wieder versinkt die Szene, ganz oder teilweise, in tiefes Dunkel, die Vorgänge erscheinen wie Traumsequenzen, die sich nicht entscheiden können, ob sie eher heiteren oder albtraumartigen Charakter haben. In langen cremefarbenen Nachthemden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Paul Johnson called one of his earliest works “Useful Information for Potential Basketball Referees.” Now the former dancer and choreographer is in the middle of opposing sides as the director of the new DanceHouse in Dublin. Managed by Dance Ireland (formerly the Association of Professional Dancers in Ireland) and located in Dublin’s north inner city the centre’s...
Dirk Elwert, der Manager u. a. von Susanne Linke sitzt in der Tanzsportjury von «You can dance» bei sat 1. Warum? Warum nicht? Die deutsche Produktion von «You can dance» hat ein amerikanisches und viel ironischer formuliertes Vorbild, «Though you think you can dance»; dort sitzt in der Jury ein Tanzmanager. Der ist zufällig auch der Produzent der US-Show. In...
Wozu Residenzen? Man sitzt in einem Probenraum fernab der Zivilisation, weit weg von zu Hause und schläft nur ein paar Schritte vom leeren Raum der Inspiration entfernt. Reines Fernweh ist ein schlechtes Motiv. Um inspiriert zu werden, sind Großstädte und Weltreisen sicher angenehmer als ein mehrwöchiger Aufenthalt in der Pampa. Aber dort, wo Residenzen...
