Berlin spielt mit uns
Dies ist kein weiteres Heft zum Mythos Berlin. Wir werden auch nicht erklären, warum wir «trotzdem» hier wohnen. Trotz ungeregelter Ladenschlusszeiten, trotz drei Opernhäusern, trotz drei Flughäfen. Wir geben ja zu, dass das alles Luxus ist im Angesicht einer so desolaten Förderung des Tanzes. Wir werden uns bessern. Denn weniger Flughäfen, Opern und dafür mehr Fahrradwege und Tanzfinanzen hieße, dass Berlin endlich so sein wird, wie der Rest der Republik auch: sauber, ökonomisch, teuer.
Bis dahin würden wir es gern mit der Wahrheit halten.
Nirgendwo sind die Künstler ärmer, trotzdem wollen alle hierher. Berlin hat damit, je nach Blickwinkel, ein Glück oder ein Problem. Man nennt es Migration.
Im März wird Berlin ein Festival der Migration haben. Landsmannschaften organisieren sich: die Brasilianer voran. Um bloß keine Berliner zu werden. Die frisch migrierten Choreografen aus Belgien, Frankreich, Amerika, die in diesem Heft zu Wort kommen, schätzen Berlin noch wunderbar falsch ein, wenn sie hocherfreut feststellen, dass allabendlich die Tanzvorstellungen überquellen. Mit Publikum wie neulich beim Festival Tanz Made in Berlin und derzeit bei den Tanztagen Berlin. Sie wissen noch ...
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So freundlich diese unterlebensgroßen Asiaten in ihren mausgrauen Mao-Jacken auch blicken, ihr theatralisches Spiel macht den Außen-stehenden zum Fremd-Körper, ihre physische Natur stimmt nachdenklich. Wer ist hier sprachlos? Die Kunstfigur als Spiegel des entfremdeten Selbst?
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