Berlin spielt mit uns

Tanz - Logo

Dies ist kein weiteres Heft zum Mythos Berlin. Wir werden auch nicht erklären, warum wir «trotzdem» hier wohnen. Trotz ungeregelter Ladenschlusszeiten, trotz drei Opernhäusern, trotz drei Flughäfen. Wir geben ja zu, dass das alles Luxus ist im Angesicht einer so desolaten Förderung des Tanzes. Wir werden uns bessern. Denn weniger Flughäfen, Opern und dafür mehr Fahrradwege und Tanzfinanzen hieße, dass Berlin endlich so sein wird, wie der Rest der Republik auch: sauber, ökonomisch, teuer.

Bis dahin würden wir es gern mit der Wahrheit halten.

Nirgendwo sind die Künstler ärmer, trotzdem wollen alle hierher. Berlin hat damit, je nach Blickwinkel, ein Glück oder ein Problem. Man nennt es Migration.

Im März wird Berlin ein Festival der Migration haben. Landsmannschaften organisieren sich: die Brasilianer voran. Um bloß keine Berliner zu werden. Die frisch migrierten Choreografen aus Belgien, Frankreich, Amerika, die in diesem Heft zu Wort kommen, schätzen Berlin noch wunderbar falsch ein, wenn sie hocherfreut feststellen, dass allabendlich die Tanzvorstellungen überquellen. Mit Publikum wie neulich beim Festival Tanz Made in Berlin und derzeit bei den Tanztagen Berlin. Sie wissen noch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2007
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Was schreibt die Geste?

Auch im Tanz geht es immer häufiger darum, Erwartungen zu enttäuschen und Laborsituationen zu schaffen, die das Publikum herausfordern und verunsichern. Wenn diese Tendenz in William Forsythes Arbeit verstärkt wahrzunehmen ist, seit der institutionelle Rahmen des Ballett Frankfurt weggekürzt wurde, erscheint es, als wäre das neuerliche Experimentieren wie ein...

Glory Days

Feed a dancer

«Feed» nennt Jeremy Wade sein Solo, das er in der Berliner tanzfabrik uraufgeführt hat. Das Solo mutet an wie ein durchgeknallter Live-Comic-Strip. Der Tänzer im schwarzen Slip verwandelt sich sekundenschnell. Er wird zum niedlichen Hündchen, zur verzweifelten Kreatur. Dazu läuft eine verzerrte Version des Hits «Nothing compares 2 you». Ein Tanz der...

T.R.A.S.H.: "To File for Chapter 11"

Anticipation is an odd creature, especially when it is fuelled by the press. Opinions take root in one’s mind, colouring all that one sees. In this mood of expectation, I attended a performance of T.R.A.S.H., a dance group which has been described by the national press as “punk,” “aggressive” and “violent.” Before the performance began I sat in the theatre’s café...