Helmut Lachenmann über «Still Live»
Helmut Lachenmann, am Tanzhaus NRW wird Salva Sanchis’ «Still Live» uraufgeführt, choreografiert zu Ihrer Musik. Er ist nicht der einzige Lachenmann-Interpret. Wie erklären Sie sich das Interesse? Vielleicht aus der besonderen körperlichen Wahrnehmung, die meine Musik kennzeichnet, wobei die darin sich verbindenden Klangereignisse durchweg aus den konkret erfahrbaren Energien bei der Klanghervorbringung sich bestimmen.
Ein Pizzikato wirkt nicht einfach als ein Ton, sondern zeigt sich als eine Art gewaltsamer oder auch sanfter «Knall» beim mehr oder weniger heftigen Anreißen oder zarten Zupfen einer Saite; ein gestrichener Geigenton wird zu einem quasi haptischen Ereignis als charakteristische Form der Friktion zwischen Saite und locker auflie- gendem oder aufgepresstem Bogenhaar.
Welche Choreografen haben sich denn mit Ihrer Musik beschäftigt? Der erste war Mauro Bigonzetti mit meinem Cello-Solo-Stück «Pression»: ich fand seine Choreografie, für zwei Tänzer, intelligent und sensibel, respektvoll gegenüber der Musik. Dann Boris Charmatz mit seinem abendfüllenden «Herses» für fünf Tänzer, wo gleich mehrere meiner Werke verbunden wurden. Unlängst hat Arila Siegert vor den ...
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Sigmund Freud and Joseph Goebbels both became concerned with dance as symptom. The question they asked of dance was whether it conveyed a healthy state of mind or the opposite. There the similarity stops. After reading an essay on inhibited movement by young Edwin Denby (who became America’s great dance critic), Freud began to considered dance from the perspective...
John Adams, weder Meuterer der Bounty, noch einer der ersten US-Präsidenten, sondern der lebendige amerikanische Komponist, ist ein Glücksfall für John Neumeier. Adams macht die Bewegungen eckig, Adams zwingt zur Rhythmik, Adams hilft gegen allzu elegisches Handlungsballett.
John Neumeier wollte als Kommentar zu seinem wieder aufgenommenen «Artus» von 1982 ran an...
Dies ist kein weiteres Heft zum Mythos Berlin. Wir werden auch nicht erklären, warum wir «trotzdem» hier wohnen. Trotz ungeregelter Ladenschlusszeiten, trotz drei Opernhäusern, trotz drei Flughäfen. Wir geben ja zu, dass das alles Luxus ist im Angesicht einer so desolaten Förderung des Tanzes. Wir werden uns bessern. Denn weniger Flughäfen, Opern und dafür mehr...
