CD des Monats
An Stereo hat man sich inzwischen ja gewöhnt. Um Musik so hörbar zu machen, dass man dabei wieder die Ohren spitzt, muss man sich deshalb schon etwas Besonderes einfallen lassen. Etwas, das zum Beispiel Patrick Leuchter mit «Seven Spaces Cologne» versucht. Unter diesem Titel legt der Komponist und Sound Designer nicht einfach ein Album vor, das er gemeinsam mit Luis Reichard produziert hat.
Er ermöglicht vielmehr ein Hörerlebnis der dritten Art, indem er die einzelnen Tonspuren fertig gemischter Stücke noch einmal an unterschiedlichen Örtlichkeiten Kölns zum Klingen bringt. So steigt er mitsamt seinem Equipment in das Römergrab Weiden hinab oder sucht das Pumpwerk Schönhauserstraße auf, um seinem komplexen Mix aus Popmusik und Ambiente auf besondere Weise Raum zu geben.
Der Unterschied ist offenkundig, wenn man die beiden CDs des Doppelalbums miteinander vergleicht. Hat die Musik in der Fassung für Lautsprecher noch etwas Statisches, wird sie in der Version für Kopfhörer erstaunlich mobil. Und auf einmal beginnen nicht bloß die Glocken zu tanzen, wie einer der Titel suggeriert. Vielmehr bringt die Musik den Zuhörer so in Bewegung, als wäre er aktiver Teil einer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2016
Rubrik: Medien, Seite 62
von Hartmut Regitz
Tänzer, nackt, im öffentlichen Raum: mal balancierend auf dem Eingangsschild zum Berliner U-Bahnabgang an der Weinmeisterstraße, mal im Grand jeté vor dem Brandenburger Tor. Jordan Matter, 48, ist kein Skandalfotograf, eher ein Abenteurer, der es mühelos schafft, Tänzer aus diversen Kompanien in ein ganz besonderes Nachtleben zu entführen. Sie proben mal in...
Baden-Baden
Schwanensee
Rund um Weihnachten werden sich echte Ballett-Liebhaber weder in den alpinen Ski-Zirkus noch auf mediterrane Sonnentankstellen begeben. Ihr Wallfahrtsort heißt Baden-Baden, wo auch in diesem Jahr das Sankt Petersburger Mariinsky-Ballett gastiert, mit dem dreiteiligen Programm «Chopiniana», «The Firebird», «Scheherazade» (21. Dez.), «Giselle»...
Chris Salter, Sie waren 1994/95 beteiligt an William Forsythes Ballett «Eidos : Telos», zwei Jahre später an «Sleepers Guts». Damals sprachen Sie, sprachen wir alle von interaktiven Technologien, heute sprechen wir von immersiven Technologien. Was hat sich in diesen 22 Jahren verändert?
Man kann sagen, dass es große technische Fortschritte gab. Betrachtet man...
