Cayetano Soto «TSCHAIKOWSKI»

Leipzig

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Das Ende ist ein Fanal, eine Apotheose – der Triumph der Kunst über den Irrsinn der Gegenwart. Vier Buchstaben stehen auf dem LED-Band am Bühnenportal des Leipziger Opernhauses geschrieben: «DUMA». Darunter erstreckt sich ein pechschwarzer Raum, mittendrin ein Pulk Tänzer*innen, deren Textilien schimmern – fahlgraue Silhouetten allesamt.

Zu ihren Füßen irrlichtern abertausende von schwarzen Pailletten, die sich Sekunden zuvor aus dem Bühnenhimmel ergossen haben und jetzt den Untergrund liefern für das surreale Personal, das dem Kapiteltitel nach durch Russlands Parlament geistert: Leiber, die sich aufbäumen, vertwisten, an der eigenen Achse entlang hinaufschrauben und dabei mit den Armen rudern, ausschlagen, flattern wie einst Maja Plissezkaja als «Sterbender Schwan». Der Tod ist ein elend langer Prozess. Er dauert an, als der Vorhang fällt und den Exitus eines denkwürdigen Abends markiert. «Peter Iljitsch Tschaikowski» gewidmet, von Cayetano Soto choreografiert, entfaltet die Uraufführung zuletzt eine Art Liturgie: Abgesang auf Russland, Reminiszenz des «Schwanensee», Reverenz an den Mann, den Menschen, den Komponisten, der wie kein anderer für die klassische Tradition des ...

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Tanz März 2024
Rubrik: Report, Seite 57
von Dorion Weickmann

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