Buch, CD, DVD 2/25
Kinderroman
MILO TANZT
Als Gamer nennt er sich nicht eben unbescheiden Baryshnikov276 und seinen Fight Dance entsprechend «Double Tour en l’air». Auch lebt Milo anders als Billy Elliot in dem unvergessenen Film von Stephen Daldry nicht auf dem Land irgendwo im County Durham, sondern mitten in Deutschland, genauer: zwischen Essen und Mülheim in der Werkssiedlung «Heimaterde». Doch gleich seinem zielstrebigen Zeitgenossen ist auch er von Kindesbeinen an schon immer auf dem Sprung.
Und er erklärt auch gleich zu Anfang, warum: «Obwohl dein Sprung vielleicht nur eine Sekunde dauert, fühlst du dich unbesiegbar. Es ist wie fliegen.»
Der Kinderroman «Milo tanzt» von Anne Becker hat auf gut 200 Seiten 22 Kapitel, das deutet schon rein umfangmäßig darauf hin, dass das mit dem «Fliegen» wohl nicht so einfach wird. In dem Buch ist es denn auch weniger der Vater, der seinem Sohn Steine in den Weg legt, ganz im Gegenteil stärkt er dem Jungen den Rücken, als der auf einmal Probleme in der Schule bekommt. «Zieh einfach dein Ding durch», meint der Vater, als ein Mitschüler Milo aus irgendwelchen Gründen an den Kragen will. Und wie er das dann macht, das liest sich nicht nur kundig, kindgerecht, ...
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Tanz Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 54
von
Wind weht, man hört ein Fiepen, ein Summen. Carolin Jüngst und Lisa Rykena liegen auf dem Boden, neben einer wuchtigen Bühnenskulptur, wie sie für die Arbeiten des Duos typisch ist: Lea Kissing hat für «Transfigured» ein Metallobjekt ins Hamburger Kulturzentrum Kampnagel gebaut, eine Art Lache, um die herum die Protagonist*innen lagern. Bis langsam Leben entsteht.
...
Sie kommt auf die Bühne gefedert, elegant, beschwingt und turbodynamisch. Das Bein saust hoch, der Spitzenschuh verlängert den gewölbten Fußspann scheinbar ins Unendliche. Ein verschmitztes Lächeln blitzt über ihr Gesicht, während das Tutu um die Taille herum auf und nieder hüpft, von zackigen Sprüngen hochgepeitscht. Zugetragen hat sich der Auftritt im vergangenen...
Die Archäologie beschäftigt sich mit dem, was nach dem Verschwinden übriggeblieben ist: mit Spuren, Resten, Verweisen. Entsprechend passt es perfekt, wenn Ruth Geiersberger, Trägerin des Münchner Theaterpreises 2023, ihre «Installation mit performativen Verrichtungen» «Das Verschwinden» im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München zeigt, in einer der...
