Brückenbau
Ich wurde gebeten, einen Text zu schreiben – ein «Plädoyer» für mehr Kooperationen zwischen freien Choreografen und Stadttheatern im deutschsprachigen Raum. Meine Karriere begann mit dem Tanzen in Compagnien, entwickelte sich weiter zur Präsentation eigener choreografischer Arbeiten an freien Theatern, und heute bewegt sich mein Schaffen zwischen freier Bühne und Auftragsarbeiten für Compagnien. Die Aussicht auf eine produktive Brücke zwischen beiden Sphären berührt den Kern dessen, was mich als Choreograf ausmacht.
Die Frage des Brückenbaus ist in der Mitte meiner Karriere immer dringlicher geworden, insbesondere angesichts der historischen und strukturellen Bedingungen für Choreografen in Berlin. Ich betrachte die deutsche Tanzszene und frage mich: Wo sind die freien Choreografen, die das letzte Jahrzehnt, vielleicht sogar zwei Jahrzehnte, unermüdlich an ihrem Handwerk, ihren professionellen Netzwerken und ihrer internationalen Anerkennung gearbeitet haben und nun erfolgreich sind? Ich habe darüber auch mit einigen Kolleginnen und Kollegen gesprochen – darunter Jefta van Dinther (freier Choreograf in Berlin), Melanie Zimmermann (Leiterin des Festivals «Real Dance» in Hannover), ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 64
von Adam Linder
So richtig im Museum kommt das Publikum gar nicht an. Schon vor dem luftigen Foyer des Humboldt Forum biegt es links ab, in Richtung Saal 2 – die Studiobühne des umstrittenen Schloss-Nachbaus, der heute die einst in Dahlem untergebrachten ethnologischen Sammlungen beherbergt. Wie alle Kollektionen dieser Art sind sie unter postkolonialen Vorzeichen in die Kritik...
Laut der Datenbank des japanischen «Tanzjahrbuchs» fanden im Jahr 2025 allein in Tokio 1860 Tanzvorstellungen statt, zeitgenössischer Tanz und sonstige Performance-Produktionen machen über 75 Prozent davon aus. Charakteristisch für die heutige Szene sind Tänzer*innen und Choreograf*innen, die alltägliche Körpererfahrungen mit gesellschaftlichen Ereignissen...
Der Dank hat eine Größendimension, wie man sie nicht alle Tage erfährt. «Danke, Marcia», hieß es vor ein paar Jahren auf einem Flugblatt, das im Stuttgarter Opernhaus auf das Publikum herunterflatterte. Dem Dank folgte auch gleich ein allumfassendes «Wofür», um dem runden Geburtstag von Marcia Haydée unmissverständlich eine balletthistorische Bedeutung zuzumessen,...
