Brückenbau
Ich wurde gebeten, einen Text zu schreiben – ein «Plädoyer» für mehr Kooperationen zwischen freien Choreografen und Stadttheatern im deutschsprachigen Raum. Meine Karriere begann mit dem Tanzen in Compagnien, entwickelte sich weiter zur Präsentation eigener choreografischer Arbeiten an freien Theatern, und heute bewegt sich mein Schaffen zwischen freier Bühne und Auftragsarbeiten für Compagnien. Die Aussicht auf eine produktive Brücke zwischen beiden Sphären berührt den Kern dessen, was mich als Choreograf ausmacht.
Die Frage des Brückenbaus ist in der Mitte meiner Karriere immer dringlicher geworden, insbesondere angesichts der historischen und strukturellen Bedingungen für Choreografen in Berlin. Ich betrachte die deutsche Tanzszene und frage mich: Wo sind die freien Choreografen, die das letzte Jahrzehnt, vielleicht sogar zwei Jahrzehnte, unermüdlich an ihrem Handwerk, ihren professionellen Netzwerken und ihrer internationalen Anerkennung gearbeitet haben und nun erfolgreich sind? Ich habe darüber auch mit einigen Kolleginnen und Kollegen gesprochen – darunter Jefta van Dinther (freier Choreograf in Berlin), Melanie Zimmermann (Leiterin des Festivals «Real Dance» in Hannover), ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 64
von Adam Linder
Neugier und Zweifel
Ich vermute, ich werde meinen künftigen Komplizinnen und Komplizen erst noch begegnen. Bis dahin erweisen sich Neugier und Zweifel als bemerkenswert loyal: Erstere hält mich in Bewegung, Letzterer sorgt dafür, dass ich immer wieder die Richtung überprüfe. Das meiste, was in der Kunst passiert, scheint sich irgendwo zwischen diesen beiden Polen...
Sharon Eyals unverwechselbarer Stil ist ein Markenzeichen. Er zeichnet sich durch rhythmische Schritte, pulsierende Ensembles sowie eine Vorliebe für Struktur und Symmetrie in Vollendung aus: Hypnotische Klangwelten und schnörkellose Bühnenbilder unterstreichen die dramatische Dimension der Körper. In Summe entsteht daraus eine einzigartige künstlerische Welt....
Sieben Kameras filmen auf der Bühne zwei Menschen in Ganzkörperanzügen mit einer Vielzahl von Tracking-Markierungen. Die Bewegungen werden in Echtzeit verfremdet, vervielfältigt, vor und hinter die Szene projiziert. So entsteht ein virtueller Tanz von Mensch und Avatar. Ist das, was Sie mit «Mirror» machen, Spitzentechnologie?
Wir setzen in dieser Produktion eine...
