Choreografin des Jahres: Sharon Eyal
Sharon Eyals unverwechselbarer Stil ist ein Markenzeichen. Er zeichnet sich durch rhythmische Schritte, pulsierende Ensembles sowie eine Vorliebe für Struktur und Symmetrie in Vollendung aus: Hypnotische Klangwelten und schnörkellose Bühnenbilder unterstreichen die dramatische Dimension der Körper. In Summe entsteht daraus eine einzigartige künstlerische Welt. Innerhalb dieses Settings erfrischt die israelische Choreografin, die seit langer Zeit in Frankreich lebt, mit jeder neuen Produktion auch den eigenen Blick.
Sie lässt sich dabei nicht von theoretisch-abstrakten Themen leiten, sondern von gelebter Erfahrung, wobei sie die Freuden des Clublebens ebenso einbezieht wie die dunkleren Momente des Daseins. Im Laufe ihrer dreißigjährigen Karriere hat Sharon Eyal ein umfangreiches Werk geschaffen, das sich wie ein großes Mosaik beschreiben lässt: Stein für Stein nehmen darin die Komplexität und Tiefe des menschlichen Lebens Gestalt an und erinnern uns daran, dass der Körper Träger von Wahrheiten und Gefühlen zugleich ist. «Das Leben inspiriert mich», sagt die Choreografin und betont zugleich, dass das Kunstschaffen umgekehrt eben auch «eine Inspiration für mein Leben» sei: «Seit ich ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: The winners are..., Seite 118
von Maria Luisa Buzzi
Ende Februar 2025 gaben das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und dessen Intendant Boris Charmatz eine überraschende Entscheidung bekannt: Die Zusammenarbeit solle zum Ende der Saison 2024/2025 vorzeitig beendet werden. Verblüffend, denn geplant war ein sehr viel längerfristiges Engagement. Die offizielle Sprache der Bekanntmachung, von der Stadt Wuppertal über das...
Neugier und Zweifel
Ich vermute, ich werde meinen künftigen Komplizinnen und Komplizen erst noch begegnen. Bis dahin erweisen sich Neugier und Zweifel als bemerkenswert loyal: Erstere hält mich in Bewegung, Letzterer sorgt dafür, dass ich immer wieder die Richtung überprüfe. Das meiste, was in der Kunst passiert, scheint sich irgendwo zwischen diesen beiden Polen...
«Avantgarde» und «Komplizen» – zwei Begriffe, die aus dem Feld der Macht, der Ausübung aktiver Gewalt herrühren: «Avantgarde» meint ursprünglich die Speerspitze (im Sinne von Vorhut im Militär); «Komplizen» sind Mittäter, der Terminus entstammt der juristischen Sphäre. Die Kunst hat diese Begriffe in ästhetische und soziale Kontexte umbesetzt und neu...
