Avatare
Sieben Kameras filmen auf der Bühne zwei Menschen in Ganzkörperanzügen mit einer Vielzahl von Tracking-Markierungen. Die Bewegungen werden in Echtzeit verfremdet, vervielfältigt, vor und hinter die Szene projiziert. So entsteht ein virtueller Tanz von Mensch und Avatar. Ist das, was Sie mit «Mirror» machen, Spitzentechnologie?
Wir setzen in dieser Produktion eine ganze Reihe unterschiedlicher Technologien ein – einige davon sind relativ neu, andere gibt es schon eine Weile.
Wir haben ein Motion-Capture-System auf der Bühne, diese Technologie gibt es seit ein paar Jahrzehnten.
Man kennt sie aus dem Kino.
Genau. Das wird viel in Filmen und Videospielen genutzt. Aber es ist noch immer ungewöhnlich, es im Theater einzusetzen.
Was die Kameras aufzeichnen, wird in Echtzeit in Bilder umgesetzt. Das macht und braucht die Filmindustrie ja nicht.
Nein, dort arbeitet man normalerweise mit Aufnahmen der Motion-Capture-Systeme und konzentriert sich auf die Nachbearbeitung, um Filminhalte zu erstellen. Es in einem Live-Setting zu verwenden, ist was anderes. Das System, das wir verwenden, gibt uns sehr präzise Informationen über die Bewegungen der Tänzer. Das ist die eine Schicht der ...
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Tanz Jahrbuch 2026
Rubrik: Komplizen, Seite 104
von Stefan Benz
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