brilliant corners

Emanuel Gat sucht das Leben.

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Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war eben doch nicht zu übersehen, dass die besonderen Bedingungen des Alltags mit seinen alles beherrschenden Konflikten und seinen räumlichen und mentalen Grenzen allen Versuchen widerstanden, sie einfach auszublenden.

Gats Wille, dies irgendwie zu schaffen, führte schließlich dazu, dass er seine Kompanie in Frankreich etablierte.

Wie er weiterhin darum kämpft, sich choreografisch vom israelischen Kontext zu befreien, das war in diesem Jahr bei «Montpellier Danse» deutlich zu erkennen: Jean-Paul Motanari stellte Tel Aviv in den Fokus des Festivals. Die heute etablierte Generation israelischer Choreografen praktiziert mehrheitlich eine Kunst, die das Verhältnis zwischen Einzelnem und ­der Gemeinschaft erörtert. Als Jugendliche erfuhren sie in der Regel den Volkstanz als kollektives Vergnügen, das die Gruppenbil­dung fördert, dem ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Thomas Hahn

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