jess curtis...
Fast klingt es wie die Geschichte einer Obsession: die Suche nach Symmetrie. Bei ihm begann sie vor fünf Jahren inmitten des üblichen Trubels um physische Verausgabung in Luftnummern und am Boden sinnlicher Tatsachen. Keine Berührungsangst vor dem Unbekannten, keine Furcht vor Entblößung sollte die Sicht versperren.
Jess Curtis nummeriert seine Studien bis «#22», zelebriert sie in vielerlei Variationen und «re:Presentations»: auf Schiffen, in Galerien, Theatern, Universitäten, in einem Pumpwerk, auf Video, solo und zu zweit, als Gruppe, Massenphänomen oder verbannt in eine riesige, mit Wasser gefüllten Glasröhre. Letzteres ein amphibischer Tauchvorgang, der Monate an Übung und Überwindung von Angst verlangte.
«The Symmetry Project» von Jess Curtis und Maria Francesca Scaroni – zusammen mit dem Kontrabassisten und Komponisten Klaus Janek – ist die wohl beharrlichste Langzeitstudie der flüchtigsten aller Künste; schon 50-mal gestreut wurde von San Francisco quer über den großen Teich bis nach Budapest, Kopenhagen und Berlin, der Zweitheimat der beiden durch die fixe Idee zusammengeschmiedeten Tänzerforscher. Auch die Trennung als Paar kann die Performer und Ko-Autoren nicht davon ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 48
von Irene Sieben
Ausnahmsweise darf der Besucher die Leipziger Red-Bull-Arena über den Haupteingang betreten, durch den sonst nur die beflügelten Glücksritter vom Rasenballsport e. V. und ihre viertklassigen Gegner stapfen. Der Gang durch die Katakomben ist ein Gang durch die Zeit. Man passiert die Schichten vom Adolf-Hitler-Feld über das «Stadion der Hunderttausend» bis zur...
Vor sieben Jahren begann Emanuel Gats Stern über Europa zu leuchten. Für «Le sacre du printemps» verwandelte der Israeli seine Interpreten in Salseros. Dann folgte eine bemerkenswerte «Winterreise». In diesen Anfangserfolgen war der Tod ein ständiger Begleiter. Gat konnte da noch so sehr beteuern, dass auch in Israel ganz normale Stücke entstehen können, es war...
Am 31. August wird er 64 Jahre alt und will, dass seine Asche ins Meer gestreut wird. In Hamburg arbeitet er mit Doris Dörrie gerade an «Don Giovanni», der den Tod zu Gast hat. Den Tod ihres eigenen Mannes verarbeitete Doris Dörrie im Roman «Das blaue Kleid», danach im Film «Kirschblüten – Hanami», als sie Tadashi Endo traf, den Butoh-Tänzer aus Göttingen, der um...
