mann am klavier

Émile Jaques-Dalcroze rhythmisierte die Gymnastik und etablierte sie in der Gartenstadt Hellerau. Ein Rückblick zum 100. Jahrestag

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­«Die Rhythmische Gymnastik ist kein ‹neuer Tanz›. Aber aller Tanz beruht auf Rhythmik», war in der Gründungspublikation der Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus 1910 zu lesen. In der rhythmischen Erziehung sah man die Rettung der Tanzkunst, nur aus ihr, hieß es, könnte der künstlerische Tanz wiedergeboren werden, denn der sei zu Technik und Akrobatik verkommen.

Wo konnte ein solch umfassendes Sanierungsprogramm des Tanzes besser funktionieren als in einer Umgebung, die nicht nur den Tanz, sondern den ganzen Menschen retten wollte?

Der Architekt Richard Riemerschmid baute 1909 die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst und entwarf den Bebauungsplan für die Gartenstadt Hellerau bei Dresden. Sein Schwager, der Tischlermeister Karl Schmidt, hatte seine Möbelfabrik zu einem groß angelegten Reform­projekt erweitert. Der dritte im Bunde, Designaktivist Wolf Dohrn, kümmerte sich auch um die Bildung für alle Altersstufen. So sollten die Kinder der Arbeiter in der Siedlung unterrichtet werden, dort lebende Künstler pädagogisch tätig sein. Ideen für einen Entwurf gegen die zunehmende Technisierung kursierten schon 1908 und kulminierten in den Visionen für ein Kulturhaus, «keine Schule, ...

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Tanz August/September 2011
Rubrik: traditionen, Seite 84
von Katja Schneider

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