Brief aus Mazedonien
Der Weg zum Nationaltheater durchs alte Basar-Viertel von Skopje führt vorbei an malerisch kleinen Läden voll traditioneller Handwerkskunst und filigraner Silberarbeiten. Man kommt am imposanten ehemaligen Hamam Daut-Pasha mit seinen 13 asymmetrischen Kuppeln vorbei. Und dann, gleich gegenüber dem Bazar, steht es da, das moderne Nationaltheater mit 853 Sitzplätzen und einer riesigen Bühne. Nur am Licht mangelt es noch, aber «bald werden wir 150 000 Euro vom Kulturministerium erhalten und auch dieses Problem lösen», sagt Kiro Pavlov.
Der Mann mit dem kleinen Lichtproblem ist ein Energiebündel und seit drei Jahren Ballettchef von 65 Tänzern. Mit Würde trägt er den Ehrentitel «Mr. Open Mind». Lauter Ideen sprudeln aus ihm, um Tanz zu verbreiten und zu verbessern: «Die Sachen müssen sich bewegen», sagt er und ruht nicht, ruht nie, auch nicht in seinem Büro, wo er kaum anzutreffen ist. «Der tägliche Stundenplan, viel zu viel», lacht er. Und rennt durch die Flure, ein Mann, der in kürzester Zeit das Ensemble von 45 Tänzern um zwanzig neue, junge, frisch von der Ilija-Nikolovski-Lug-Schule kommende Novizen vergrößert hat. Wo gibt’s denn so was? Dabei ist «die Schule derzeit gar nicht ...
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Der Tanzkongress
tagt vom 5. bis zum 8. November in Hamburg auf Kampnagel. Vier große Kapitel will er aufschlagen, von «Tanz und Politik» über «Kreation und Reflexion» bis hin zu «Tanzgeschichten» (dem Schwerpunkt in diesem Heft) und «Lebensläufen» (wie wird und bleibt man Tänzer, das war der Schwerpunkt unseres Sommerhefts 8-9/09).
«Tanzgeschichten» erzählen...
Nadja Saidakova, Erste Solotänzerin des Staatsballetts Berlin, hat erste Schritte als Choreografin bislang zweimal im hauseigenen Junge-Choreografen-Projekt «Shut up and Dance!» gemacht. Jetzt präsentiert sie die Uraufführung von «Egopoint» im Rahmen der spielzeit’europa bei den Berliner Festspielen. Geleitet von einer Erkenntnis, die aus der Feder einer Ballerina...
Drei neue Kompanien wollen die einstige Tanzstadt Köln erobern. SoDance heißt die Erste, die sich Anfang Oktober mit «Achtung! Ameisen fallen nach links!» vorstellte. Gegründet wurde das freischaffende Ensemble vom Kölner Choreografen Guido Markowitz und von Lior Lev, dem aus Israel stammenden Choreografen aus Stuttgart. Die Nächsten heißen Michael Maurissens und...
