Bobbi Jene Smith «Marie und Pierre»
Adolphe Binder, Basels neue Tanzdirektorin, hat von jeher ein Händchen für Zukunftsgestaltung. So hievte sie GöteborgsOperans Danskompani auf internationales Niveau, holte danach Alan Lucien Øyen und Dimitris Papaioannou nach Wuppertal, auf dass sie dem verwaisten Tanztheater choreografische Frischluft zufächelten. Auch wenn dieses Kapitel ihrer Laufbahn vor Gericht (mit Prozessgewinn ihrerseits) endete, hat sich Binder den Entdeckergeist bewahrt. Seit Saisonbeginn leitet sie nun das Ballett Basel und hat sogleich eine ambitionierte Auftaktproduktion angesetzt.
Mit Bobbi Jene Smith kam eine Choreografin ans Haus, die erst neulich das Pariser Publikum begeistert hat (tanz 5/23). Binder beauftragte die Amerikanerin, deren Kreativ-Matrix wesentlich bei der Batsheva Dance Company von Ohad Naharin geprägt wurde, mit einem Zweiteiler: «Marie und Pierre» spannt Uraufführung und Import vom Königlich Dänischen Ballett hintereinander, verteilt dabei die Paarkonstellation auf jeweils mehrere Köpfe. Heraus kommt ein interessanter, wenngleich bisweilen verstolperter Spaziergang durch die Kulturgeschichte – Startpunkt: Fin de siècle.
«Marie» eröffnet die Aussicht auf ein faunisch-furioses ...
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Kalender, Seite 42
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