Backlights 1/24
München
Karl Alfred Schreiner «Peer Gynt»
Das Portal wird vom bayerischen Wappen bekrönt, und wirklich: Das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz ist ein bajuwarisches Juwel, nicht so goldrotbrokatprotzig dimensioniert wie die große Opern-Schwester am Max-Joseph-Platz und deshalb auch immer ein wenig in ihrem Windschatten. Ohne Not, denn der neue «Peer Gynt», den Tanzchef Karl Alfred Schreiner für seine Kompanie choreografiert hat, ist ein Hingucker.
Nicht nur, weil die immerhin vier Peers (aller Lebensalter) Schreiners erdiges Tanzidiom wunderbar beatmen und beseelen, sondern auch, weil alle Frauenfiguren so empathisch wie emphatisch gezeichnet sind. Zudem tritt ein Jenseitsbote in Erscheinung, den Henrik Ibsen 1867 zwar ins Original hineingeschrieben hat, der jedoch von den meisten Tanzlibretti ignoriert wird: den mephistophelischen Knopfgießer. Schreiner besetzt ihn mit einem fulminanten Schauspieler, wie überhaupt das ganze Ensemble an diesem Abend glänzt. Zustande kommt eine bemerkenswerte Schicksalsreise mit fein komponierten Bildern, die sich hoffentlich in der nächsten Saison auch wieder buchen lässt. Dorion Weickmann
London
Eliot Smith Dance «HUMAN»
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Tanz Januar 2024
Rubrik: Kalender, Seite 50
von
GLITCH
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